Fed-Gouverneur Waller: Benzinpreisanstieg wird Inflation kaum anheizen
Christopher Waller sieht im Benzinpreissprung keine nachhaltige Inflationsgefahr – warnt aber vor längerfristig erhöhten Energiepreisen.

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat sich am Freitag zu den jüngsten Entwicklungen an den Energiemärkten geäußert. Trotz eines sprunghaften Anstiegs der Benzinpreise rechnet er nicht damit, dass dieser eine anhaltende Inflation auslösen wird. Die Verbraucher in den USA dürften zwar mit Überraschung auf die gestiegenen Preise an der Zapfsäule reagieren – ein dauerhaftes Inflationsproblem sieht Waller darin jedoch nicht.
Der Fed-Vertreter räumte allerdings ein, dass ein kurzfristiger Preissprung bei Energie die Notenbank vor geldpolitische Herausforderungen stellen könnte. Kehren sich die Energiepreise innerhalb weniger Wochen oder Monate wieder um, sei es schwierig, die richtige geldpolitische Antwort zu finden. Die Federal Reserve müsse in solchen Situationen sorgfältig abwägen, ob ein vorübergehender Preisschub eine Reaktion erfordert.
Längere Hochpreisphase wäre problematischer
Anders bewertet Waller das Szenario, in dem erhöhte Energiepreise über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. In diesem Fall könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen deutlich weitreichender sein und die gesamte Preisentwicklung beeinflussen. Höhere Energiekosten wirken sich erfahrungsgemäß auf Transportkosten, Produktion und letztlich auf die Verbraucherpreise aus – ein Effekt, den Ökonomen als Zweitrundeneffekte bezeichnen.
Die Äußerungen Wallers spiegeln die aktuelle Debatte innerhalb der US-Notenbank wider. Die Fed-Währungshüter beobachten den Preisdruck in der Gesamtwirtschaft weiterhin sehr genau, um mögliche Auswirkungen auf ihre Zinspolitik einschätzen zu können. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da Fed-Entscheidungen globale Finanzmärkte und den Euro-Dollar-Kurs unmittelbar beeinflussen.
Die Energiepreise bleiben damit ein zentraler Beobachtungsposten für die amerikanische Geldpolitik. Waller signalisiert mit seinen Aussagen, dass die Fed vorerst keine überstürzte Reaktion auf kurzfristige Preisbewegungen plant. Anleger und Märkte dürften die weiteren Entwicklungen bei Öl- und Benzinpreisen daher besonders aufmerksam verfolgen.
