Fed-Chef Powell äußert sich zur Wirtschaftslage
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der Chef der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr weiter wachsen wird. Die Erholung sei zwar noch unvollständig und ungleichmäßig, doch dank der Corona-Impfungen und der umfangreichen staatlichen Hilfen werde die Wirtschaftsleistung im Laufe des Jahres deutlich steigen, sagte Powell am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats.
Zugleich betonte er, dass die Fed bereit sei, notfalls stärker als bisher erwartet einzugreifen, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Derzeit gehe die Notenbank davon aus, dass die Teuerung nach dem Anziehen der Konjunktur vorübergehend auf über drei Prozent steigen werde, bevor sie wieder abflaue. Doch sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als gedacht, könnte die Fed ihre Geldpolitik anpassen.
Powell stellte erneut klar, dass die Fed keine Pläne hat, die Zinsen in nächster Zeit anzuheben. Der Leitzins solle auf dem derzeitigen Niveau nahe Null bleiben, bis die Wirtschaft deutliche Fortschritte beim Erreichen ihrer Ziele gemacht habe. Die Notenbank strebt eine Inflation von durchschnittlich zwei Prozent an und will zudem Vollbeschäftigung erreichen.
Die Aussagen des Fed-Chefs wurden von den Märkten positiv aufgenommen. Der US-Aktienindex S&P 500 erreichte kurzzeitig ein Rekordhoch. Auch der deutsche Aktienindex DAX legte im Handelsverlauf zu. Der Eurokurs gab dagegen leicht nach, da Investoren angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung in den USA eher auf eine straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) setzen.
Insgesamt ist die Stimmung an den Finanzmärkten derzeit recht gut, da die Anleger auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft setzen. Allerdings gibt es auch Risiken, etwa durch die weiterhin hohe Unsicherheit rund um die Corona-Pandemie und mögliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaft durch die steigenden Energiepreise.
Für die kommenden Monate dürfte insbesondere die Entwicklung der Inflation im Fokus stehen. Sollte diese stärker steigen als erwartet, könnte das zu Turbulenzen an den Märkten führen und auch Auswirkungen auf die Geldpolitik der Notenbanken haben. Zudem bleiben auch geopolitische Risiken wie etwa der Konflikt zwischen den USA und China oder politische Krisen wie etwa in der Ukraine im Blick. Insgesamt dürfte das Jahr 2023 also weiter von Unsicherheiten und Herausforderungen geprägt sein.
