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FCC-Chef wirft ABC Desinformationskampagne wegen „The View"-Untersuchung vor

US-Medienaufsicht FCC und Disney-Tochter ABC streiten über Sendezeit-Regeln für die Talkshow „The View".

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FCC-Chef wirft ABC Desinformationskampagne wegen „The View"-Untersuchung vor

WASHINGTON – Der Vorsitzende der US-Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), Brendan Carr, hat dem Sender ABC vorgeworfen, eine „Desinformationskampagne" zu betreiben. Auslöser ist eine laufende Untersuchung der FCC zur Daytime-Talkshow „The View", die auf dem Disney-Tochtersender ABC ausgestrahlt wird.

Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob „The View" den sogenannten „Equal Time"-Regeln unterliegen sollte. Diese Regelungen verpflichten Sender dazu, konkurrierenden Wahlkampfkandidaten eine vergleichbare Sendezeit einzuräumen, wenn ein Kandidat während eines Wahlkampfs im Programm erscheint. Die FCC untersucht, ob die Talkshow unter diese Bestimmungen fällt.

ABCs Gegenkampagne und die Reaktion der FCC

ABC startete am Montag eine öffentliche Kampagne gegen die Untersuchung. Der Sender strahlte während „The View" eigens produzierte Spots aus, in denen den Zuschauern erklärt wurde, die FCC wolle „kontrollieren, wer in der Sendung auftreten darf". Darüber hinaus forderte ABC sein Publikum aktiv dazu auf, Kommentare auf der Website der FCC zu hinterlassen – offenbar mit dem Ziel, öffentlichen Druck auf die Behörde auszuüben.

FCC-Chef Carr wies diese Darstellung entschieden zurück. In seinen Anmerkungen im Anschluss an die monatliche Sitzung der Behörde betonte er, dass die FCC nicht versuche zu kontrollieren, wer in der Show auftritt. Stattdessen setze die Behörde lediglich die vom US-Kongress verabschiedeten gesetzlichen Bestimmungen durch.

Hintergrund: Was sind die „Equal Time"-Regeln?

Für deutsche Leser ist der Kontext dieser Auseinandersetzung wichtig: Die „Equal Time"-Regeln sind ein zentrales Element des amerikanischen Rundfunkrechts. Sie sollen sicherstellen, dass Fernsehsender im Wahlkampf keine Partei bevorzugen, indem sie einem Kandidaten deutlich mehr Sendezeit einräumen als seinen Mitbewerbern. Die Regeln gelten grundsätzlich für lizenzierte Rundfunksender und sind seit Jahrzehnten Bestandteil des US-Medienrechts.

„The View" ist eine der bekanntesten Talkshows im amerikanischen Fernsehen und wird seit Jahren täglich auf ABC ausgestrahlt. Die Show ist bekannt für ihre politischen Diskussionen und hatte in der Vergangenheit wiederholt Politiker und Wahlkampfkandidaten als Gäste. Genau dieser Umstand hat die FCC offenbar dazu veranlasst, die Anwendbarkeit der „Equal Time"-Regeln auf das Format zu prüfen.

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen der FCC und ABC zeigt, wie aufgeladen das Verhältnis zwischen US-Medienunternehmen und der Regulierungsbehörde derzeit ist. Während ABC die Untersuchung als Angriff auf die Pressefreiheit und die redaktionelle Unabhängigkeit darstellt, beharrt FCC-Chef Carr darauf, dass es sich schlicht um die Durchsetzung bestehender Gesetze handelt. Wie die Untersuchung ausgeht, bleibt abzuwarten.

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