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Family Offices ziehen Kapital aus USA ab – De-Dollarisierung beschleunigt sich

Laut UBS-Studie planen 60% der Family Offices strategische Portfolioänderungen – doppelt so viele wie im Fünfjahresdurchschnitt.

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Family Offices ziehen Kapital aus USA ab – De-Dollarisierung beschleunigt sich

Die wohlhabendsten Investoren der Welt stellen ihre Portfolios grundlegend um. Laut dem aktuellen UBS Global Family Office Report planen 60% der Family Offices im nächsten Jahr strategische Änderungen an ihrer Anlageallokation – das ist etwa doppelt so viel wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Im Mittelpunkt steht dabei ein klarer Trend: Kapitalabzug aus den USA und breitere globale Streuung.

Nordamerika ist laut der Umfrage die einzige Region weltweit, in der Family Offices ihre Allokation in den nächsten zwölf Monaten reduzieren wollen. Stattdessen planen sie, ihre Positionen in Lateinamerika und Afrika auszubauen. Dieser Rückzug spiegelt eine tiefgreifende Neubewertung des US-Marktes wider, die durch mehrere Faktoren ausgelöst wurde.

Als Hauptgründe für die Abkehr vom US-Markt nennen die Investoren einen stark konzentrierten US-Aktienmarkt, Sorgen vor einer KI-Blase, steigende Zölle, einen fallenden Dollar, volatile Wirtschaftspolitik sowie wachsende Staatsschulden und steigende Anleiherenditen. Die Kombination dieser Faktoren hat viele Family Offices dazu bewogen, ihr US-Engagement zurückzufahren und ihr Kapital breiter zu streuen.

De-Dollarisierung als zentrales Thema

Ein Kernziel vieler Family Offices ist die Reduzierung ihres Engagements im US-Dollar – ein Trend, den Beobachter als „De-Dollarisierung" bezeichnen. Mehr als ein Viertel der befragten Family Offices plant laut UBS-Studie, ihre Bestände an auf US-Dollar lautenden Vermögenswerten zu verringern. Zwei Drittel gaben an, mit einem sinkenden Vertrauen in die Rolle des US-Dollars als globale Reservewährung zu rechnen.

Fast die Hälfte der Family Offices erklärte zudem, gegenüber dem Dollar zu stark exponiert zu sein. Als bevorzugte Alternativen für die Währungsdiversifizierung nennt die Umfrage den Schweizer Franken und den Euro – beides Währungen, die für deutsche und europäische Anleger besonders relevant sind.

Das neue Schlagwort in der Family-Office-Welt lautet „jurisdiktionelle Diversifizierung": die gezielte Verteilung von Vermögen auf mehrere Länder und Rechtssysteme. Laut UBS halten bereits zwei Drittel der Family Offices ihre bankfähigen Vermögenswerte in mindestens drei verschiedenen Jurisdiktionen. Fast ein Drittel verteilt sein Vermögen sogar auf mindestens vier Rechtsräume – darunter Lateinamerika, die USA, China, Europa, den Nahen Osten und Asien.

Geopolitik als größtes Risiko

Als größtes Risiko für die nächsten zwölf Monate – und auch für den Fünfjahreszeitraum – nannten die Family Offices geopolitische Unsicherheit. An zweiter Stelle folgte ein globaler Handelskrieg. Hyperinflation, Cyberangriffe und Schuldenkrisen wurden ebenfalls als bedeutende Risiken eingestuft.

Berater mahnen jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation dieses Trends. Es handele sich nicht um einen pauschalen „Sell America"-Trade. Vielmehr wollten internationale Family Offices angesichts zunehmender globaler Krisen – darunter die Kriege in der Ukraine und im Iran, sich ändernde Zölle, Migration und Haushaltsstreitigkeiten – geografisch breiter aufgestellt sein. Da es keinen echten sicheren Hafen mehr gebe, bestehe die beste Strategie darin, Risiken weltweit auszubalancieren.

Klare Kluft zwischen US- und internationalen Family Offices

Bei den geplanten Investitionen zeigt sich ein klares Bild: Family Offices wollen ihre Bestände an Schwellenländeraktien sowie ihre Investitionen in Infrastruktur und Gold aufstocken. Gleichzeitig planen sie, Barbestände und Immobilienbeteiligungen leicht zu reduzieren.

Allerdings gibt es eine wachsende Kluft zwischen amerikanischen und internationalen Family Offices. US-amerikanische Family Offices bleiben stark auf ihren Heimatmarkt fokussiert und haben ihren Anteil an US-Vermögenswerten im vergangenen Jahr sogar von 86% auf 88% erhöht. Auf Nordamerika entfällt mit 53% der Großteil des weltweiten Familienvermögens.

Nicht-amerikanische Family Offices hingegen diversifizieren deutlich stärker. Chinesische Family Offices haben mittlerweile die Hälfte ihres Vermögens in Westeuropa investiert. Westeuropäische Family Offices halten laut der Umfrage 41% ihres Vermögens in ihrer Heimatregion. „Die US-Family-Offices haben ihren Einsatz gewissermaßen verdoppelt", wird ein Experte in der Studie zitiert. „Aber alle anderen Family Offices weltweit diversifizieren nun weg von auf Dollar lautenden Wertpapieren und ziehen sich ein Stück weit aus den USA zurück."

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