Fahrzeugbrand in Südkorea setzt Mercedes unter Druck
Hersteller muss Batterieherkunft offenlegen und bietet kostenlose Inspektionen an

In Südkorea sorgt ein Fahrzeugbrand für erhebliche Konsequenzen für den deutschen Automobilhersteller Mercedes-Benz. Anfang des Monats geriet eine Mercedes-Limousine in der Tiefgarage eines Appartementkomplexes in Incheon in Brand, was zur Evakuierung von 200 Familien führte. Der Vorfall hat die südkoreanischen Aufsichtsbehörden dazu veranlasst, den deutschen Hersteller zur genauen Untersuchung des betroffenen Fahrzeugmodells aufzufordern. Die genauen Umstände des Brandes sind bisher noch ungeklärt. Fest steht jedoch, dass das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht geladen wurde.
Um weitere Maßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Brände zu besprechen, hat die südkoreanische Regierung ein Treffen mit den betroffenen Herstellern anberaumt. In diesem Rahmen wurden die Automobilhersteller aufgefordert, Informationen preiszugeben, die üblicherweise streng geheim gehalten werden. Konkret geht es darum, offenzulegen, von welchen Lieferanten die Batterien bezogen werden. Diese Forderung steht im Zusammenhang mit den bereits veröffentlichten Informationen der südkoreanischen Marken Hyundai und Kia, die nach dem Vorfall ihre Batteriehersteller bekannt gegeben haben.
Berichten zufolge bezieht Mercedes seine Batterien für die in Südkorea verkauften Elektromodelle vom chinesischen Hersteller Farasis. Interessant dabei ist, dass Mercedes seit 2020 selbst Anteile an Farasis hält. Allerdings wirft die Tatsache, dass Farasis weltweit nur auf Platz 15 der größten Batterieproduzenten rangiert, in den südkoreanischen Medien Fragen zur Qualität der gelieferten Batterien auf. Diese Bedenken könnten den Druck auf Mercedes erhöhen, transparente und umfassende Informationen zu den verwendeten Batterien bereitzustellen.
Als Reaktion auf den Vorfall hat Mercedes angekündigt, den südkoreanischen Kunden kostenlose Inspektionen für ihre Elektromodelle anzubieten, um mögliche Sicherheitsrisiken zu identifizieren und zu beheben. Zusätzlich plant das Unternehmen, eine Summe von 4,5 Milliarden Won, was umgerechnet etwa drei Millionen Euro entspricht, als Unterstützung für die vom Brand betroffenen Anwohner zu spenden. Diese Maßnahmen sollen nicht nur zur Beruhigung der betroffenen Bevölkerung beitragen, sondern auch das Vertrauen in die Marke Mercedes-Benz auf dem südkoreanischen Markt wiederherstellen.
