ANZEIGE

EZB Vor Zinsentscheid

Experten prognostizieren eine Pause in der Zinspolitik der EZB angesichts komplexer Herausforderungen

•• 2 Min
EZB Vor Zinsentscheid

Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor ihrer Zinssitzung in Athen, bei der sie über mögliche Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen berät. Angesichts eines Mix aus rückläufiger Inflation, einer verlangsamten Konjunktur und wachsenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erwarten Experten eine Zinspause. Die EZB hat die Leitzinsen seit Sommer 2022 in zehn aufeinanderfolgenden Schritten um insgesamt 4,50 Prozentpunkte erhöht.

Die meisten Volkswirte prognostizieren, dass der Einlagensatz, der maßgebliche Zinssatz an den Finanzmärkten, vorerst bei 4,00 Prozent verbleiben wird. Dieser Satz wird von Banken erhalten, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken.

Experten sind der Meinung, dass die EZB angesichts des jüngsten Rückgangs der Inflationsrate in der Eurozone keine weiteren Zinserhöhungen beschließen wird. Im Euroraum fiel die Inflation zuletzt im September auf 4,3 Prozent, nachdem sie im August bei 5,2 Prozent lag. Im Herbst 2022 lag sie sogar bei über zehn Prozent.

Die aktuellen Daten deuten weiterhin auf einen Abwärtstrend hin. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, fallen die Erzeugerpreise derzeit im Rekordtempo. Experten rechnen daher mit einer mehrmonatigen Zinspause, bevor im kommenden Jahr eine erste Zinssenkung in Betracht gezogen wird.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass Aufwärtsrisiken für die Inflation bestehen und aufgrund der Ereignisse im Nahen Osten gestiegen sind. Der jüngste Ölpreisanstieg und die Unsicherheit in Bezug auf die Energiepreise könnten die Entscheidungsfindung der EZB beeinflussen.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, erwartet, dass sich die wirtschaftliche Lage bis zur Dezember-Sitzung der EZB weiter eintrüben wird, was gegen eine erneute Zinserhöhung spricht. Dennoch schließt er die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung nicht vollständig aus, insbesondere aufgrund des jüngsten Anstiegs der Ölpreise.

Die EZB wird voraussichtlich Zinsschritte nur in Sitzungen in Betracht ziehen, in denen neue Wirtschaftsprognosen vorgelegt werden. Dies ist im Dezember und dann wieder im März 2024 der Fall. Auf der bevorstehenden Sitzung am Donnerstag könnte jedoch die Diskussion über einen vorzeitigen Stopp der Anleihenkäufe im Pandemie-Anleihenkaufprogramm PEPP auf der Agenda stehen. Dieses Programm wurde eingeführt, um die Finanzierungsbedingungen während der COVID-19-Pandemie aufrechtzuerhalten.

Die Volkswirte der US-Bank Morgan Stanley halten es für möglich, dass die EZB bereits im ersten Quartal 2024 beginnt, die Käufe im Rahmen des PEPP auslaufen zu lassen. Darüber hinaus könnte die EZB Mindestreserven ins Visier nehmen, um die Zinszahlungen an Geschäftsbanken zu senken. Der Mindestreservesatz könnte von einem Prozent auf zwei Prozent angehoben werden, um den Druck auf die Geschäftsbanken zu erhöhen.

EZBEuropäische ZentralbankZinsen

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  4. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer