ANZEIGE

EZB erwägt weitere Zinssenkungen 2024

Letztes Lohnwachstum und Inflationsdaten sprechen für geldpolitische Lockerung

2 Min
EZB erwägt weitere Zinssenkungen 2024

Der lettische Notenbankchef Martins Kazaks, ein Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB), rechnet in diesem Jahr mit zwei weiteren Zinssenkungen seitens der EZB. Diese Erwartung äußerte er im Rahmen des Geldpolitik-Symposiums in Jackson Hole, Wyoming, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Kazaks erklärte, dass die Inflation im Euroraum weiterhin auf dem prognostizierten Abwärtspfad verlaufe und die EZB daher Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik habe. Seiner Aussage zufolge bewegten sich die wirtschaftlichen Entwicklungen weitgehend im Einklang mit den Prognosen der EZB aus dem Juni, die bereits von zwei Zinssenkungen in diesem Jahr ausgingen. Diese Prognosen stützten demnach die Argumente für eine allmähliche Senkung der Zinsen.

Die EZB hatte im Juni erstmals seit 2019 die Zinsen gesenkt, hielt jedoch auf der darauffolgenden Zinssitzung im Juli an diesem Kurs inne. Aktuell liegt die Inflation im Euroraum bei 2,6 Prozent, was nur noch leicht über dem angestrebten Ziel der EZB von 2,0 Prozent liegt. Dieses Inflationsziel gilt als ideal für die wirtschaftliche Stabilität in den 20 Mitgliedsländern der Eurozone. Die nächste geldpolitische Entscheidung der EZB steht für den 12. September an, bei der den Währungshütern auch neue Projektionen zur Konjunktur- und Inflationsentwicklung vorliegen werden. Diese vierteljährlich erstellten Prognosen der EZB-Volkswirte spielen eine zentrale Rolle bei der Festlegung der zukünftigen Zinspolitik.

Kazaks betonte, dass er seine endgültige Entscheidung zur Zinspolitik erst nach Veröffentlichung der Inflationszahlen für August und Einsicht in die neuen Projektionen treffen werde. Obwohl einige Inflationsdaten in letzter Zeit überraschend höher ausgefallen seien, sei es wichtig, das Gesamtbild zu betrachten und sich nicht von einzelnen Datenpunkten leiten zu lassen.

Kazaks verwies zudem auf die jüngste Entwicklung des Lohnwachstums, das sich im zweiten Quartal auf 3,6 Prozent abgeschwächt hatte, nachdem es im ersten Quartal noch bei 4,7 Prozent lag. Diese Abschwächung des Lohndrucks unterstütze seiner Meinung nach den Kurs einer schrittweisen Lockerung der Geldpolitik. Auch die rückläufigen Gewinnmargen der Unternehmen würden diesen Kurs stützen. Kazaks warnte jedoch, dass eine weitere Verzögerung beim Erreichen des Inflationsziels von 2,0 Prozent nicht toleriert werden sollte. Das Ziel sei bereits mehrfach verschoben worden, und die EZB erwarte nun, es bis Ende 2025 zu erreichen. Kazaks äußerte Besorgnis darüber, sollte sich dieses Ziel weiter auf das Jahr 2026 verschieben.

BankensektorFinanzenEZBZinsen

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer