Expedia: Starkes Q1 erwartet, doch Jahresausblick enttäuscht Anleger
Online-Reiseplattform rechnet mit höherer Marge im ersten Quartal, bleibt aber wegen Wirtschaftsunsicherheit vorsichtig.

Die US-amerikanische Online-Reiseplattform Expedia hat am Donnerstag eine durchwachsene Prognose für 2026 vorgelegt. Während das Unternehmen für das erste Quartal eine deutlich höhere bereinigte Kern-Gewinnmarge erwartet, dämpfte der verhaltene Ausblick für das Gesamtjahr die Stimmung der Anleger. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel mehr als 5 Prozent.
Das Unternehmen begründete seine Vorsicht mit der "anhaltenden makroökonomischen Unsicherheit". Steigende Warenpreise und eine sich ändernde US-Handelspolitik würden die Konsumausgaben unbeständig machen. Finanzvorstand Scott Schenkel wies darauf hin, dass die Margenausweitung im ersten Quartal vor allem durch Einmaleffekte wie Stellenabbau sowie geringere Marketing- und Cloud-Kosten begünstigt werde.
Für das erste Quartal 2026 rechnet Expedia mit einem Anstieg der bereinigten Kern-Gewinnmarge um 3 bis 4 Prozentpunkte, verglichen mit einem Plus von 1,05 Prozentpunkten im Vorjahr. Im Gesamtjahr dürfte sich das Margenwachstum jedoch auf 1 bis 1,25 Prozentpunkte verlangsamen, nach einem Anstieg von 2,4 Prozentpunkten in 2025.
Bruttobuchungen übertreffen Erwartungen
Trotz der schwächeren Margenprognose liegen die erwarteten Bruttobuchungen für das Gesamtjahr mit 127 bis 129 Milliarden US-Dollar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 125,95 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich das Business-to-Business-Segment (B2B), zu dessen Kunden Fluggesellschaften, stationäre Reisebüros und Finanzinstitute gehören. Die Bruttobuchungen in diesem Bereich stiegen im vierten Quartal um 24 Prozent, während das Endkundengeschäft nur um 5 Prozent zulegte.
CEO Ariane Gorin betonte gegenüber Reuters die Bedeutung von Sonderangeboten für das Geschäft. "Wir hatten 70 Prozent mehr Partner, die an unseren Black-Friday-Aktionen teilnahmen als je zuvor", sagte sie. 30 Prozent der Buchungen im vierten Quartal seien auf Angebote entfallen. Dies zeige, dass preisbewusste Reisende gezielt nach Rabatten suchen würden.
Starkes viertes Quartal
Die Zahlen für das vierte Quartal übertrafen die Erwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn der Hotels.com- und Vrbo-Muttergesellschaft belief sich auf 3,78 US-Dollar je Aktie, nach 2,39 Dollar im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt nur 3,36 Dollar erwartet. Der Gesamtumsatz stieg um 11,4 Prozent auf 3,54 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Schätzungen von 3,42 Milliarden Dollar.
Die Geschäftsentwicklung zeigt, dass Online-Reisebüros weiterhin von der Nachfrage profitieren, auch wenn makroökonomische Unsicherheiten das Wachstumstempo bremsen könnten. Die Gewinnung neuer B2B-Kunden und die erfolgreiche Angebotsstrategie dürften dem Unternehmen helfen, sich in einem herausfordernden Marktumfeld zu behaupten.
