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Ex-Wirecard-Manager stehen vor finanzieller Katastrophe

Versicherungen verweigern Zahlungen, 17 Führungskräfte müssen Anwaltskosten und Schadensersatz selbst tragen

2 Min
Ex-Wirecard-Manager stehen vor finanzieller Katastrophe

Der Wirecard-Bilanzskandal hat nicht nur das Unternehmen selbst in den Abgrund gezogen, sondern auch zahlreiche ehemalige Führungskräfte des Unternehmens in eine äußerst prekäre finanzielle Lage gebracht. Nach neuesten Informationen müssen insgesamt 17 frühere Führungskräfte, darunter auch der ehemalige Vorstandschef Markus Braun, damit rechnen, für die seit Frühjahr 2024 anfallenden Anwaltskosten und potenziellen Schadenersatzzahlungen persönlich aufkommen zu müssen. Der Grund für diese bedrohliche Situation ist, dass die Managerhaftpflichtversicherungen, die für solche Fälle eigentlich vorgesehen waren, die Zahlung verweigern.

Markus Braun, der viele Jahre an der Spitze von Wirecard stand, konnte zunächst noch auf eine Versicherungspolice des Grundversicherers Chubb zurückgreifen. Diese Police hatte eine Deckungssumme von 15 Millionen Euro, doch dieser Betrag ist mittlerweile aufgebraucht. Die anderen Versicherer, die theoretisch für Schäden aus dem Jahr 2020 bis zu einer Höhe von 150 Millionen Euro hätten aufkommen sollen, verweigern die Zahlung. Zu diesen Versicherern gehören unter anderem Swiss Re Corporate Solutions, R+V, AGCS, sowie weitere Versicherungsunternehmen wie ANV, Dual, AIG, Liberty, HCC und QBE. Diese weigern sich, den entstandenen Schaden zu decken, was für die betroffenen Manager gravierende finanzielle Konsequenzen haben könnte.

Besonders prekär wird die Situation durch das Prinzip, dass diejenigen, die früh ihre Ansprüche geltend machen, bevorzugt behandelt werden. Markus Braun konnte einen Großteil der Grundversicherung abrufen, doch nun, da die Deckungssumme erschöpft ist, teilt er das Schicksal mit den anderen 16 ehemaligen Führungskräften, die ebenfalls keine finanziellen Mittel aus den Versicherungspolicen mehr erwarten können. Zu diesen Personen gehört auch der ehemalige Chefbuchhalter Stephan von Erffa, der seit Dezember 2022 gemeinsam mit Braun vor Gericht steht.

Die Verteidigerin von Stephan von Erffa, Sabine Stetter, hat zwar Spekulationen zurückgewiesen, dass sie das Mandat niederlegen könnte, doch ihr seltenes Erscheinen im Gerichtssaal in den vergangenen Monaten lässt darauf schließen, dass auch hier finanzielle Überlegungen eine Rolle spielen könnten. Sollte von Erffa nicht in der Lage sein, die Kosten selbst zu tragen, könnte sich diese Situation weiter zuspitzen. Der Fall Wirecard, der als einer der größten Wirtschaftsskandale in die Geschichte eingegangen ist, entwickelt sich somit auch auf persönlicher Ebene für die beteiligten ehemaligen Führungskräfte zu einem finanziellen Desaster.

WirecardSkandalFinanzenManagement Versicherung

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