Ex-Audi-Chef Stadler gesteht Betrug im Abgasskandal
Ex-Audi-Chef legt Geständnis ab: Umfassende Einblicke in den Dieselskandal und seine persönliche Verantwortung

Ex-Audi-Chef Rupert Stadler hat im Betrugsprozess um manipulierte Abgaswerte bei Dieselautos ein umfassendes Geständnis abgelegt. In einer vor dem Landgericht München verlesenen Erklärung bedauerte Stadler, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, einzugreifen, dies aber unterlassen habe. Er erkannte an, dass ein Mehr an erforderlicher Sorgfalt nötig gewesen wäre und dass er die Möglichkeit einer Manipulation der Fahrzeuge erkannt und billigend in Kauf genommen habe. Stadler gab zu, dass es ihm nicht gelungen sei, die Dieselkrise im Audi-Konzern zu lösen, und dass er sich zunächst auf die Fachleute verlassen, aber später versäumt habe, für Aufklärung zu sorgen.
Als Gegenleistung für sein Geständnis wird Stadler voraussichtlich eine Bewährungsstrafe erhalten. Der Richter hatte ihm eine Bewährungsstrafe von eineinhalb bis zwei Jahren zugesichert, wenn er ein umfassendes Geständnis ablegt und eine Geldauflage von 1,1 Millionen Euro akzeptiert. Dieses Angebot hatte Stadler angenommen. Der Prozess gegen Stadler ist eines der prominentesten Gerichtsverfahren zur Aufarbeitung des Dieselskandals im Volkswagen-Konzern. Mit seinem Geständnis könnte der seit September 2020 laufende Prozess bald zu einem Abschluss kommen.
Stadler war lange Zeit davon überzeugt, unschuldig zu sein, und hatte dies auch in dem Münchner Prozess beteuert. Die Wende kam, als das Gericht klarmachte, dass ihm ohne Geständnis eine Gefängnisstrafe drohen würde. Nach Einschätzung des Gerichts hätte Stadler spätestens im Juli 2016 erkannt haben müssen, dass die Abgaswerte manipuliert sein könnten. Doch anstatt zu handeln und die Handelspartner zu informieren, ließ er den Verkauf der betroffenen Audi-Modelle bis Anfang 2018 weiterlaufen.
Auch der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung, Wolfgang Hatz, und zwei leitende Ingenieure hatten zuvor gestanden, dass sie die Manipulation der Motor-Software angeordnet hatten. Ihnen wird ebenfalls eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt. Das Verfahren gegen einen weiteren Ingenieur wurde bereits gegen eine Geldauflage eingestellt. Mit Stadlers Geständnis wird nun erwartet, dass der langwierige Prozess bald zu einem Ende kommt und voraussichtlich im Juni abgeschlossen wird.
