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Evonik: Radikaler Wandel für mehr Agilität und Effizienz

Spezialchemiekonzern plant Standortauslagerungen und Bürokratieabbau zur Vorbereitung auf die Zukunft

2 Min
Evonik: Radikaler Wandel für mehr Agilität und Effizienz

Der Spezialchemiekonzern Evonik plant drastische Veränderungen in seiner globalen Organisation. Drei große Standorte in Europa sollen nicht mehr von Evonik selbst betrieben werden, sondern das Geschäft wird in neue Dienstleistungsgesellschaften ausgelagert. Dieser Schritt betrifft Tausende von Mitarbeitern und soll finanzielle Mittel für Investitionen in zukünftige Geschäfte freisetzen.

Besonders die Auslagerung von Dienstleistungen an den Standorten Marl, Antwerpen und Wesseling soll frisches Kapital generieren. Dabei handelt es sich um Logistik, Energieerzeugung, technischen Service, Werkstätten und Werkschutz. Evonik plant die Gründung von drei eigenständigen Betreibergesellschaften, die voraussichtlich bis zu 4000 Mitarbeiter aufnehmen werden. Dieser Umstrukturierungsschritt, auch als "Carve-out" bekannt, soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2025 abgeschlossen sein.

Die Zukunft dieser neuen Gesellschaften bleibt offen, da Evonik verschiedene Optionen in Betracht zieht, darunter Verkauf, Beteiligungen von Investoren, Zusammenarbeit mit anderen Betreibern von Chemieparks oder die fortlaufende Eigenregie.

Darüber hinaus plant Evonik eine umfassende Neugestaltung seiner Verwaltungsstruktur. Das Unternehmen verfügt derzeit über mehr als 8600 Organisationseinheiten und acht Hierarchieebenen zwischen Produktion und Vorstand. CEO Kullmann ist der Ansicht, dass diese Struktur zu komplex und kostspielig ist. Das Ziel ist es, die Bürokratie abzubauen und die Organisation agiler zu gestalten.

Die Umsetzung dieser Pläne soll innerhalb von drei Jahren erfolgen. Obwohl noch nicht genau beziffert werden kann, wie viele Stellen von diesen Veränderungen betroffen sein werden oder welche Einsparungen erzielt werden können, ist klar, dass Evonik eine schlankere und agilere Organisation anstrebt. Betriebsbedingte Kündigungen für deutsche Evonik-Mitarbeiter sind bis 2032 ausgeschlossen. CEO Kullmann betont, dass die neuen Strukturen dazu dienen sollen, die Mitarbeiter zu Unternehmern im Unternehmen zu machen und die bürokratische Belastung zu reduzieren. Dieser Schritt basiert auf der Erkenntnis, dass herkömmliche Sparprogramme in der Verwaltung oft nicht die gewünschten langfristigen Ergebnisse erzielen und die Bürokratie stattdessen weiter zunimmt. Evonik setzt auf einen innovativen Ansatz, um sich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und flexibler auf den Markt zu reagieren.

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