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Europäische Indizes eröffnen im Plus – Gewinne in fast allen Sektoren

Stoxx 600 legt 0,6 Prozent zu, Bergbau und Versorger führen die Gewinne an, nur der Energiesektor schwächelt.

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Europäische Indizes eröffnen im Plus – Gewinne in fast allen Sektoren

Die europäischen Aktienmärkte sind am Mittwoch mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der breite Stoxx 600 legte zur Eröffnung um 0,6 Prozent zu, wobei Versorgungsunternehmen und Bergbauaktien die Entwicklung des Kontinents anführten. Bemerkenswert: Alle Sektoren notierten im Plus – mit Ausnahme des Energiesektors, der von den fallenden Ölpreisen belastet wurde.

Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,7 Prozent. Für Rückenwind sorgte vor allem das Versorgungsunternehmen SSE mit einem Kursgewinn von 2,3 Prozent. Auch der Metallerzbergbaukonzern Rio Tinto zählte mit einem Plus von 2,2 Prozent zu den stärksten Werten im britischen Leitindex.

In Frankreich gewann der CAC 40 um 0,3 Prozent. Die Hotelgruppe Accor legte um 1,65 Prozent zu, der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus stieg um 1,5 Prozent. In Deutschland kletterte der DAX um 0,6 Prozent. Zu den Gewinnern zählten Rheinmetall mit einem Plus von 2 Prozent sowie ein weiterer Titel mit 1,4 Prozent Zuwachs, während Heidelberg Materials mit einem Minus von 1,90 Prozent zu den Verlierern gehörte. Hintergrund der Bewegung: Die Ölpreise waren von ihren früheren Höchstständen zurückgefallen.

Südeuropa und Niederlande im Aufwind

Auch die südeuropäischen Märkte zeigten sich freundlich. Spaniens IBEX 35 stieg um 0,8 Prozent, der italienische FTSE MIB legte um 0,5 Prozent zu. In den Niederlanden gewann der AEX ebenfalls 0,5 Prozent, wobei die Halbleiterwerte stabil handelten.

Besonderes Augenmerk richteten Anleger auf die europäischen Halbleiterunternehmen, die im grünen Bereich lagen. Der Grund: Investoren warten gespannt auf die Quartalsergebnisse von Micron Technology, die nach Handelsschluss in den USA veröffentlicht werden. Die Zahlen und Kommentare des Speicherchip-Herstellers gelten als wichtiger Indikator dafür, wie stark die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz tatsächlich ist. Die Micron-Aktie notierte vor Marktbeginn mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 1.071,70 Dollar.

In Europa profitierte die Branche von dieser Erwartungshaltung. Die Aktien des niederländischen Halbleiteranlagenherstellers ASML Holding und des kleineren Konkurrenten ASM International stiegen um jeweils 1,2 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent. BE Semiconductor Industries, der niederländische Lieferant von Halbleitermontageanlagen, lag um 0,4 Prozent im Plus. Der deutsche Chip-Hersteller Infineon Technologies gewann 1,5 Prozent, die STMicroelectronics-Aktien stiegen um 0,1 Prozent.

Asien: Nikkei profitiert von fallenden Ölpreisen

Die positive Stimmung hatte ihren Ursprung bereits in Asien. Die japanischen Aktienkurse waren gestiegen, nachdem die Ölpreise über Nacht gefallen waren. Dies linderte die Bedenken hinsichtlich steigender Inflation und schneller Zinserhöhungen durch die globalen Zentralbanken. Chip-bezogene Werte, Banken- und Metallerzaktien führten die Gewinne an.

Tokyo Electron verzeichnete einen Anstieg um 3,6 Prozent, die SoftBank Group lag 3,8 Prozent höher. Die Mizuho Financial Group stieg um 2,5 Prozent, Sumitomo Metal Mining um 3,8 Prozent. Der Nikkei-Aktienindex notierte 1,5 Prozent höher bei 66.460,68 Punkten. Der Dollar stand bei 157,33 Yen, verglichen mit 157,34 Yen zum Schluss des japanischen Aktienmarktes am Dienstag. Die Anleger beobachten nach Angaben aus Tokio sorgfältig die Entwicklungen im Nahen Osten, die Rohölpreise und die Renditen von Staatsanleihen.

Berenberg: Bergbauaktien vor langfristigem Bullenzyklus

Für deutsche Anleger interessant ist zudem die Einschätzung der Analysten von Berenberg zu Bergbauaktien. Trotz eines komplizierten geopolitischen Umfelds sei die langfristige Perspektive für die Branche positiv, so die Experten. Anleger sollten „auf die Korrektur kaufen“, wenn die Märkte volatil sind.

Die Bergbauunternehmen befänden sich am Anfang eines langfristigen Bullenzyklus, der durch mangelndes neues Angebot, robuste Nachfrage und niedrige Lagerbestände getrieben werde. Die bevorzugten Rohstoffe der Analysten bleiben Uran, Kupfer und Platingruppenmetalle. Gold bleibe angesichts der komplexen und volatilen Geopolitik ebenfalls attraktiv, heißt es in der Notiz weiter.

Insgesamt präsentiert sich die europäische Börsenlandschaft damit zum Handelsstart robust. Die breite Streuung der Gewinne über nahezu alle Sektoren deutet auf eine gefestigte Risikobereitschaft der Anleger hin, auch wenn der Energiesektor als einziger Ausreißer nach unten auszumachen ist.

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