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Europäische Gaspreise steigen über 2% – Straße von Hormus sorgt für Unsicherheit

Geopolitische Spannungen am Persischen Golf treiben die europäischen Erdgaspreise nach oben und gefährden die Winterspeicherung.

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Die europäischen Erdgaspreise haben am Montag deutlich zugelegt. Die niederländischen Frontmonats-Futures – der wichtigste Benchmark für den europäischen Gasmarkt – stiegen um 2,9 Prozent auf rund 56,90 Euro pro Megawattstunde. Damit machten sie einen Teil der Verluste der Vorwoche wieder wett. Auch die britischen Großhandelskontrakte zogen um 2,6 Prozent auf 139,50 Pence pro Therm an.

Auslöser des Preisanstiegs ist die anhaltende Unsicherheit rund um die Transitbedingungen in der Straße von Hormus. Zwar befindet sich ein Abkommensentwurf zwischen dem Iran und dem Oman zur Festlegung neuer Schifffahrtswege in der Endphase, doch beharrt Teheran darauf, dass die strategisch wichtige Wasserstraße erst dann vollständig wieder geöffnet wird, wenn zusätzliche US-Bedingungen erfüllt sind. Diese ungeklärten Forderungen machen eine sofortige Normalisierung des Flüssigerdgas-Verkehrs (LNG) im Persischen Golf vorerst unmöglich.

Europas Gasspeicher weit unter historischem Durchschnitt

Die Verzögerungen im Schiffsverkehr behindern die Sommerlieferungen wichtiger Exporteure aus dem Nahen Osten – allen voran Katar. Das trifft Europa zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: Die Gasspeicher der Europäischen Union sind Mitte August lediglich zu etwa 56 Prozent gefüllt, ein Wert, der deutlich hinter den historischen Durchschnittswerten für diese Jahreszeit zurückbleibt.

Erschwerend kommt hinzu, dass ungewöhnlich warme Sommertemperaturen in Südeuropa das Defizit bei der Einspeicherung weiter verschärft haben. Die hohen Temperaturen kurbelten die Nachfrage nach Klimaanlagen an und zwangen Stromerzeuger dazu, Erdgas zur Stromerzeugung zu verbrennen, anstatt die Vorräte in die Untergrundspeicher zu leiten. Damit gerät Europa in einen Wettlauf gegen die Zeit, bevor die Heizperiode im Winter beginnt.

Wettbewerb mit Asien um LNG-Spotladungen

Europäische Versorgungsunternehmen stehen dabei in direktem Wettbewerb mit asiatischen Importeuren um nicht vertraglich gebundene LNG-Spotladungen auf dem Weltmarkt. Dieser Konkurrenzdruck dürfte die europäischen Erdgaspreise nach Einschätzung von Energieanalysten auf einem stabilen Niveau halten. Der Markt reagiert damit äußerst sensibel auf jede weitere Entwicklung in den Verhandlungen am Persischen Golf.

Die aktuelle Situation verdeutlicht einmal mehr die strukturelle Anfälligkeit Europas gegenüber globalen Lieferengpässen. Seit dem Wegfall russischer Pipelinelieferungen ist der Kontinent stärker denn je auf LNG-Importe aus dem Nahen Osten, den USA und anderen Regionen angewiesen. Geopolitische Spannungen in Schlüsselregionen wie dem Persischen Golf schlagen sich daher unmittelbar in den europäischen Energiepreisen nieder – mit direkten Folgen für Verbraucher und Industrie in Deutschland und ganz Europa.

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