Europäische Aktien unter Druck: Ölmarkt und US-Inflation belasten
DAX, CAC 40 und FTSE 100 geben nach – Iran-Konflikt und Rohölpreise sorgen für Verunsicherung.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch spürbar nachgegeben. Der Stoxx 600 verlor 1,0 Prozent, der DAX brach um 1,5 Prozent ein, der französische CAC 40 fiel um 0,8 Prozent und der britische FTSE 100 gab 0,9 Prozent nach. Auslöser waren die anhaltenden Kämpfe im Iran sowie neue Inflationsdaten aus Deutschland und den USA.
Besonders der Rohölmarkt sorgte für Nervosität. Die Brent-Rohölsorte war zu Wochenbeginn zeitweise auf fast 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen, bevor ein Bericht des Wall Street Journal für Entlastung sorgte. Demnach erwägt die Internationale Energieagentur (IEA) die bisher größte Freigabe ihrer strategischen Ölreserven, um den Preisanstieg zu dämpfen. Zuletzt notierte Brent bei rund 90,59 Dollar – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vortag, aber deutlich unter den Wochenhochs.
Die US-amerikanische Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg parallel dazu um 3,0 Prozent auf 85,94 Dollar pro Barrel. Trotz der Entspannungssignale bleibt die Lage am Ölmarkt angespannt, da die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran andauern.
Iran-Konflikt als zentrales Marktrisiko
Die USA und Israel führten am Mittwoch Luftangriffe im gesamten Nahen Osten durch, während Teherans staatliche Sicherheitskräfte signalisierten, internen Widerstand niederschlagen zu wollen. Die globalen Märkte setzen darauf, dass US-Präsident Donald Trump den Konflikt schnell beenden will. Trump hat jedoch gedroht, den Iran härter anzugreifen, sollte Teheran versuchen, die Straße von Hormus zu blockieren – eine Wasserstraße, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert wird.
Eine Blockade der Straße von Hormus würde die globale Energieversorgung massiv gefährden und die Ölpreise erneut in die Höhe treiben. Für deutsche Unternehmen und Verbraucher wären die Folgen erheblich, da Deutschland stark von importierter Energie abhängig ist.
Inflationsdaten geben wenig Entlastung
Abseits des Konflikts rückten neue Inflationszahlen in den Fokus. In Deutschland beschleunigte sich das harmonisierte Verbraucherpreiswachstum im Februar gegenüber dem Vormonat – im Rahmen der Erwartungen. In den USA blieb die Inflation im Februar verhalten, doch die Aussichten haben sich durch die Turbulenzen am Ölmarkt eingetrübt. Steigende Energiepreise könnten die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten sowohl in Europa als auch in den USA wieder anheizen.
