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Europäische Aktien unter Druck nach Scheitern der Nahost-Gespräche

Gescheiterte US-Iran-Verhandlungen und drohende Blockade der Straße von Hormus belasten die europäischen Märkte zum Wochenauftakt.

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Europäische Aktien unter Druck nach Scheitern der Nahost-Gespräche

Die europäischen Aktienmärkte starten schwach in die neue Handelswoche. Die Futures auf den paneuropäischen STOXX 600 brachen am Montag bis 06:43 Uhr GMT um 1,3% ein, nachdem die Hoffnungen auf eine rasche Beilegung des Nahost-Konflikts nach dem Scheitern der entscheidenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zunichte gemacht wurden.

Besonders deutlich traf es den deutschen Markt: Die DAX-Futures verloren 1,5%, während die Kontrakte auf den französischen CAC 40 um 0,5% nachgaben. Der Optimismus, der die Märkte zuletzt noch gestützt hatte, ist damit vorerst verflogen.

Straße von Hormus im Fokus

Die Verunsicherung der Anleger verschärfte sich, als die USA Vorbereitungen für eine Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus ankündigten. Diese Meerenge ist eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Öltransport von entscheidender Bedeutung. Eine Blockade würde die iranischen Ölexporte faktisch abschnüren und hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung.

Die geopolitischen Spannungen ließen die Ölpreise prompt über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel steigen. Das heizt die Inflationssorgen erneut an – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem diese erst vor Kurzem nachgelassen hatten. Für europäische Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies eine erneute Belastung durch steigende Energiekosten.

Der STOXX 600 hatte in der Vorwoche noch 3% zugelegt. Auslöser waren Nachrichten über einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, der dem europäischen Leitindex geholfen hatte, einen Teil der seit Beginn der Feindseligkeiten am 28. Februar verzeichneten Verluste wettzumachen. Dieser Erholungsversuch steht nun erneut auf der Kippe.

EZB-Kehrtwende bei Zinspolitik erwartet

Die anhaltenden geopolitischen Risiken und der damit verbundene Inflationsdruck zwingen auch die Europäische Zentralbank (EZB) zum Umdenken. Anleger stellen sich nun darauf ein, dass die EZB zu Zinserhöhungen neigt – eine drastische Kehrtwende gegenüber den Erwartungen vor dem Krieg, die auf Zinssenkungen oder eine längere Zinspause hindeuteten.

Den von LSEG zusammengestellten Daten zufolge preisen die Zins-Futures derzeit bis Ende dieses Jahres fast drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte ein. Das entspräche einem Zinsanstieg von insgesamt rund 75 Basispunkten – eine erhebliche Belastung für Unternehmen und Immobilienmärkte in der Eurozone.

GSK mit positiven Krebsdaten

Abseits der geopolitischen Turbulenzen rückt bei den Einzelwerten der britische Pharmakonzern GSK in den Fokus. Erste Daten zeigten, dass das experimentelle zielgerichtete Krebsmedikament Mo-rez dazu beitrug, Tumore bei Patienten mit fortgeschrittenen, schwer behandelbaren Krebserkrankungen zu verkleinern. Dies könnte dem Titel trotz des schwachen Marktumfelds Auftrieb verleihen.

Insgesamt bleibt die Lage an den europäischen Märkten angespannt. Die Kombination aus gescheiterten Friedensgesprächen, steigenden Ölpreisen, wachsenden Inflationssorgen und einer möglichen geldpolitischen Wende der EZB dürfte die Volatilität in den kommenden Handelstagen hoch halten.

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