Euronext-Weizen steigt – Schwarzmeer-Spannungen belasten Getreideexporte
Militärische Aktionen im Schwarzmeerraum schüren Sorgen um Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine.

Die Weizenpreise an der Euronext haben am Freitag zugelegt und ein Wochenplus verzeichnet. Auslöser waren militärische Aktionen in der Schwarzmeerregion, die Bedenken über die Versorgungssicherheit bei Getreidelieferungen aus Russland und der Ukraine weckten. Der Dezember-Weizen-Kontrakt stieg um 1,3 Prozent auf 235,75 Euro (273,07 US-Dollar) pro Tonne und erreichte zuvor ein Zwei-Wochen-Hoch von 237,50 Euro. Auf Wochensicht steuerte der Kontrakt damit auf ein Plus von 1,6 Prozent zu.
Besonders stark zeigten sich die September-Futures, die um 2,5 Prozent auf 227 Euro pro Tonne kletterten. Der Frontmonat profitierte dabei zusätzlich von technischen Anpassungen vor dem bevorstehenden Verfall der Kontrakte. Auch an der Chicagoer Warenterminbörse zogen die Weizen-Futures deutlich an – dort betrugen die Gewinne rund 3 Prozent, gestützt auch durch einen schwächeren US-Dollar.
Angriff auf russischen Ostseehafen sorgt für Unsicherheit
Das ukrainische Militär meldete einen Angriff auf den Gaskondensat-Verarbeitungskomplex des russischen Energieunternehmens Novatek im Ostseehafen Ust-Luga. Dieser Vorfall warf unmittelbar Fragen zu möglichen alternativen Routen für russische Getreideexporte auf. Russland lehnte zudem eine mögliche Waffenruhe im Schwarzen Meer ab, was die Marktunsicherheit weiter verstärkte.
Wochenlange gegenseitige Angriffe auf die Schifffahrt in dem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg haben die Getreidelieferungen aus der Region erheblich beeinträchtigt. Besonders betroffen ist der wichtigste russische Getreideexportknotenpunkt Noworossijsk am Schwarzen Meer, über den ein Großteil des russischen Weizens in die Weltmärkte gelangt.
Schwarzes Meer als globaler Getreidekorridor
Russland und die Ukraine zählen gemeinsam zu den bedeutendsten Weizenexporteuren der Welt. Störungen in der Schwarzmeerregion haben daher regelmäßig direkte Auswirkungen auf die globalen Getreidepreise. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022 beobachten Märkte und Importländer die Lage in der Region mit großer Aufmerksamkeit.
Für deutsche und europäische Anleger sowie Marktteilnehmer in der Agrarbranche sind die Preisentwicklungen an der Euronext besonders relevant, da diese Börse als wichtigste europäische Referenzbörse für Weizen gilt. Anhaltende geopolitische Spannungen dürften die Volatilität bei Agrarrohstoffen in den kommenden Wochen erhöht halten.
