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EU plant Ausbau der Mikrochipindustrie

Wie die EU unabhängiger von asiatischen Herstellern werden will und was das bedeutet

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EU plant Ausbau der Mikrochipindustrie

Die EU plant, den Ausbau der europäischen Mikrochipindustrie voranzutreiben und damit unabhängiger von asiatischen Herstellern zu werden. Der "European Chips Act" soll mit einem 43 Milliarden Euro schweren Paket aus dem EU-Haushalt und der Privatwirtschaft finanziert werden. Die Mitgliedsstaaten und das Europaparlament müssen dem Vorhaben noch zustimmen, was aber als Formsache gilt. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, den europäischen Anteil auf dem Weltmarkt für Chips bis 2030 auf zwanzig Prozent zu verdoppeln. Die Chipproduktion ist ein riesiges Feld, das weltweit rund 573 Milliarden US-Dollar umsetzt. Die meisten Chips werden in Asien und Nordamerika produziert.

Die Chipeinbußen wirken sich auf viele Industrien aus, einschließlich der Autoindustrie, wo Engpässe die Produktion beeinträchtigen können. So musste der Münchner Autohersteller BMW 2021 seine Produktion unterbrechen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) mahnte im Januar, dass wegen der Chipknappheit bis 2026 weltweit 20 Prozent weniger Fahrzeuge produziert werden könnten.

Deutschland, und insbesondere Sachsen-Anhalt, könnte von der Förderung durch das Chip-Gesetz profitieren. Der US-Chiphersteller Intel plant in Magdeburg den Bau einer Fabrik für die Herstellung von Chips der neuesten Generation ab 2027. Auch der Chipkonzern Infineon möchte noch dieses Jahr mit dem Bau eines neuen Standorts in Dresden beginnen. Der Branchenverband Bitkom begrüßte die EU-Einigung und sagte, dass Europa bei dem Thema vergleichsweise spät dran sei.

Die Chips-Offensive hat große Hoffnungen auf mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze an den geplanten Produktionsstandorten. Wie stark dieser europäische Vorstoß am Ende Wirkung entfalten wird, muss sich aber erst noch zeigen. Es bleibt abzuwarten, ob die EU tatsächlich in der Lage ist, ihre Ziele zu erreichen und ob Europa im Bereich der Mikrochips aufholen und wettbewerbsfähiger werden kann.

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