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EU genehmigt Paramount-Warner-Fusion – USA blockieren 110-Milliarden-Deal

Die Europäische Kommission hat grünes Licht gegeben, doch in den USA bremsen Klagen und eine Richterin das Megadeal aus.

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EU genehmigt Paramount-Warner-Fusion – USA blockieren 110-Milliarden-Deal

Die Europäische Kommission hat die 110 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros Discovery durch Paramount Skydance genehmigt. Voraussetzung dafür war, dass Paramount eine bedeutende Partnerschaft im Filmvertrieb mit Universal Pictures in Europa beendet. Die Vereinbarung muss innerhalb von 13 Monaten aufgelöst werden, und für einen Zeitraum von zehn Jahren darf kein ähnliches Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden.

Die Wettbewerbshüter der EU hatten Bedenken, dass der gemeinsame Vertrieb mit einem Konkurrenten dem fusionierten Medienriesen eine zu große Kontrolle über Kinostarts in Europa verschaffen würde. Mit der Zusage von Paramount, diese Partnerschaft aufzulösen, sah die Kommission die wettbewerbsrechtlichen Hürden als ausgeräumt an. Für europäische Kinobetreiber und Verleiher ist dies eine wichtige Weichenstellung.

Rechtliche Blockade in den USA

Trotz der europäischen Genehmigung bleibt die Megafusion in den USA vorerst auf Eis. Obwohl das US-Justizministerium im Juni seine Unterstützung für die Fusion bekundet hatte, reichte ein Bündnis aus zwölf US-Bundesstaaten vergangene Woche eine Klage ein, um das Geschäft zu blockieren. Die Bundesstaaten argumentieren, der Zusammenschluss würde „erheblichen Schaden für Kinos, Kabelnetzbetreiber und letztlich das Publikum im ganzen Land" verursachen.

Kurz darauf setzte die US-Richterin Araceli Martínez-Olguín die Übernahme vorübergehend aus, um die Rechtsansprüche der Bundesstaaten prüfen zu können. Anwalt Alon Kapen von Farrell Fritz ordnete die Entscheidung ein: „Die einstweilige Verfügung selbst ist nur eine kurze Unterbrechung und entscheidet nicht über den Fall, aber sie signalisiert, dass das Gericht die Theorie der Bundesstaaten zum Kinomarkt als ernsthaft ansieht." Angeführt wird die Klage von Kalifornien.

Tickende Uhr: 7 Millionen Dollar pro Tag

Die Verzögerungen könnten für Paramount teuer werden. Sollte die Transaktion nicht bis zum 30. September abgeschlossen sein, muss Paramount den Aktionären von Warner Bros eine sogenannte „Ticking Fee" – eine Bereitstellungsgebühr – von rund 7 Millionen US-Dollar pro Tag zahlen, bis der Deal vollzogen ist. Dieser finanzielle Druck erhöht den Anreiz für Paramount, die rechtlichen Hindernisse so schnell wie möglich aus dem Weg zu räumen.

Auch die Writers Guild of America (WGA) stellt sich gegen die Fusion. WGA-Chef Tom Fontana warnte nach der Klageeinreichung der Bundesstaaten, das fusionierte Unternehmen würde über „enorme Macht verfügen, unsere Löhne zu drücken" und „Möglichkeiten für aufstrebende Autoren zu eliminieren". Die Gewerkschaft sieht in dem Deal eine ernsthafte Bedrohung für Arbeitsplätze und Vergütungen in der Filmbranche.

Britische Regulierer beobachten den Deal

Auch in Großbritannien ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die britischen Regulierungsbehörden prüfen eine eigene Intervention und haben Bedenken hinsichtlich lokaler Nachrichten, des Kinderfernsehens sowie des Wettbewerbs im Streaming-Bereich angemeldet. Damit steht die Fusion gleich auf mehreren Kontinenten unter regulatorischem Druck.

Paramount selbst hält an dem Vorhaben fest und betont, die Fusion werde den Zuschauern zugutekommen. Das Unternehmen verspricht, nach dem Zusammenschluss jährlich mindestens 30 Filme in die Kinos zu bringen – eine Verdoppelung des derzeitigen Ausstoßes. Ob dieses Versprechen eingelöst werden kann, hängt nun maßgeblich von den US-amerikanischen Gerichten ab.

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