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EssilorLuxottica-Chef setzt auf Medizintechnik für Kurserholung

CEO Francesco Milleri erklärt den Kurseinbruch von über 40% und nennt Medizintechnik als zentralen Treiber für die Wertaufholung.

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EssilorLuxottica-Chef setzt auf Medizintechnik für Kurserholung

EssilorLuxottica-Chef Francesco Milleri hat auf der Jahreshauptversammlung des weltgrößten Brillenkonzerns Zuversicht ausgestrahlt: Der Vorstoß in die Medizintechnik werde langfristig zu einer Erholung des Marktwerts führen. Milleri räumte dabei ein, dass genau dieser Strategieschwenk zuletzt mit zu dem massiven Kursrückgang beigetragen habe.

Der Aktienkurs von EssilorLuxottica ist seit dem Rekordhoch im November um mehr als 40% eingebrochen. Der Marktwert des Konzerns schrumpfte von 150 Milliarden Euro auf zuletzt rund 86 Milliarden Euro. Als Ursachen nannte Milleri neben dem Medizintechnik-Engagement auch US-Zölle, die Dollarschwäche, militärische Konflikte sowie den zunehmenden Wettbewerb im Smartglasses-Segment.

Finanzvorstand Stefano Grassi bezifferte die konkreten Auswirkungen der US-Zölle auf den Konzern im vergangenen Jahr mit 300 Millionen Euro (rund 351 Millionen US-Dollar). Damit wird deutlich, welchen Druck die amerikanische Handelspolitik auf das europäische Unternehmen ausübt.

Investoren verstehen Transformation noch nicht vollständig

Milleri erklärte, die Anleger hätten die strategische Neuausrichtung in Richtung Medizintechnik bislang nicht vollständig verstanden. Er bezeichnete diesen Schritt als notwendige Transformation: „Wir waren zu groß, um auf diesen kleinen Markt beschränkt zu bleiben", sagte er mit Blick auf das klassische Geschäft mit Brillenfassungen und Gläsern.

Gleichzeitig zeigte sich der CEO realistisch, was den Zeitrahmen für eine Kurserholung betrifft: „Wir setzen alles daran, wieder die (Kurs-)Position zu erreichen, die wir verdienen – aber gleichzeitig wird es einige Zeit dauern, dies zu erreichen", so Milleri auf der Versammlung in Paris.

Der Höhenflug der Aktie im vergangenen Jahr war maßgeblich durch die Begeisterung der Investoren für Smartglasses angetrieben worden. EssilorLuxottica entwickelt diese Produkte in Partnerschaft mit dem US-Technologieriesen Meta Platforms. Seitdem hat jedoch der zunehmende Wettbewerb in diesem Segment den Enthusiasmus der Anleger spürbar gedämpft.

KI-Brillen und Audio als strategische Wachstumssäulen

Milleri spielte Bedenken über den wachsenden Wettbewerb im Smartglasses-Markt gezielt herunter. „Einige große Akteure haben Produktankündigungen gemacht, die für Aufsehen gesorgt haben, aber wir haben bisher keine echten Konkurrenzprodukte auf dem Markt gesehen", betonte er. KI-gestützte Brillen bleiben demnach eine zentrale Säule der Konzernstrategie.

Als weiteren Wachstumsbereich hob der CEO das Audio-Segment hervor. Neben der bereits erhältlichen Nuance-Audio-Brille – einer Brille mit integrierter Hörunterstützung für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust – plant EssilorLuxottica weitere Produkte in diesem Bereich. Damit positioniert sich der Konzern zunehmend an der Schnittstelle von Optik, Technologie und Gesundheitsversorgung.

Am Rande der Jahreshauptversammlung gab Milleri zudem bekannt, dass EssilorLuxottica sogar eine mögliche Investition in den italienischen Hörgerätehersteller Amplifon erwogen, diese jedoch letztlich nicht weiterverfolgt habe. Dies unterstreicht, wie ernsthaft der Konzern die Expansion in angrenzende Gesundheitsmärkte prüft.

Für deutsche Anleger bleibt EssilorLuxottica ein bedeutender europäischer Konzern im Schnittpunkt von Konsumgütern, Technologie und Medizin. Die Frage, ob die ambitionierte Transformation des Unternehmens den Kursrückgang mittelfristig aufholen kann, dürfte die Märkte noch eine Weile beschäftigen.

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