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Erste Reederei verweigert Elektro-Fahrzeugen den Transport

"Felicity Ace"-Katastrophe im Februar 2022 als Warnung

2 Min
Erste Reederei verweigert Elektro-Fahrzeugen den Transport

"Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos sind an Bord nicht erlaubt", heißt es bei der norwegischen Reederei-Linie Havila Kystruten. Nicht in einer Pressemitteilung, sondern versteckt in den „FAQ“. Dieses Verbot, das aber 18. Januar 2023 gilt, ist vermutlich das erste seiner Art weltweit und kommt überraschend in einem Land wie Norwegen, das weithin als führend im Bereich der Elektrofahrzeuge gilt. Der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen lag 2022 bei fast 80 %, und bis 2025 müssen alle neuen Fahrzeuge emissionsfrei sein.

Die Havila Reederei wird bald mit vier Schiffen die norwegische Küste entlangfahren. Diese sogenannte Postschiffroute ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern Havila wickelt zusammen mit dem Konkurrenten Hurtigruten AS auch einen erheblichen Teil des einkommenden Passagier- und Frachtverkehrs ab. Das kleine Druckunternehmen, das rund 350 Mitarbeiter/innen beschäftigt, ist börsennotiert, steckt aber in Schwierigkeiten. Nach einem geschätzten Betriebsverlust von 10 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022 kündigte sie im Dezember eine Kapitalerhöhung an.

Einem Bericht des Schifffahrtsnachrichtendienstes "TradeWinds" zufolge begründet Chef Bent Martini seine Entscheidung, den zukünftigen Transport von Elektro-, Hybrid- oder wasserbetriebenen Fahrzeugen zu verbieten, mit Sicherheitsbedenken. Nach einer Risikobewertung kamen die Behörden zu dem Schluss, dass die potenzielle Marke eines solchen Fahrzeugs eine besonders dringende Rettungsaktion erfordern würde, die mit den verfügbaren Ressourcen und der Besatzung an Bord nicht durchführbar wäre - und die Passagiere in Gefahr brächte. Bei Privatfahrzeugen, die mit herkömmlichen, fossilen Kraftstoffen angetrieben werden, ist dies jedoch nicht der Fall. Diese können weiterhin von den Schiffen in die Häfen von Bergen und Kirkenes gebracht werden. Die Reederei erklärte, dass bei diesen Fahrzeugen ein möglicher Kampf an Bord mit den Kräften und Werkzeugen der Schiffsbesatzung nur schwer zu bewältigen wäre.

Die Risiken, die mit dem Transport von Elektrofahrzeugen auf Schiffen verbunden sind, rückten nach der spektakulären "Felicity Ace"-Katastrophe im Februar 2022 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das Feuer konnte damals nicht gelöscht werden und das gesamte Schiff sank, einschließlich tausender elektronischer Fahrzeuge und Luxusautos von Marken wie Porsche und Bentley, die in der Nähe der portugiesischen Azoren mehr als 3000 Meter tief unter Wasser liegen.

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