Erneuter Preisanstieg bei der Bahn
Kritik an neuer Struktur und Befürchtungen bezüglich Kundenverhalten

Die erneute Preiserhöhung der Deutschen Bahn im Fernverkehr lässt zahlreiche Kunden mit gemischten Gefühlen zurück. Ab dem 10. Dezember dieses Jahres, pünktlich zum Fahrplanwechsel, werden die Flexpreise sowie die Bahncard 25 im Durchschnitt um 5 Prozent teurer. Während Spar- und Supersparpreise zunächst stabil bleiben, stoßen die Anpassungen bei Vielfahrern auf Unverständnis und Sorge, insbesondere in einem ohnehin schon wirtschaftlich angespannten Klima.
Vor allem der Umstand, dass dies nicht die erste Preissteigerung in jüngster Zeit ist, bringt Bahnfahrende auf die Palme. Schon im Dezember 2022, also gerade mal ein Jahr zuvor, wurden Kosten, insbesondere im Bereich Energie, teils an die Kundschaft weitergereicht, wobei der Flexpreis um beträchtliche 6,9 Prozent stieg. Nun, mit einer Erhöhung von 4,9 Prozent bei den Flexpreisen, wird erneut nachgelegt. Und obwohl nur 20 Prozent aller Einzeltickets zu diesem Preis gebucht werden, stellt es für diese Kundengruppe eine signifikante Erhöhung dar.
Interessant ist der Fakt, dass die Bahncard 25, welche den Inhabern einen Rabatt von 25 Prozent auf ihre Fahrkarten gewährt, ebenso im Preis angehoben wird. Zukünftig müssen Bahnreisende drei Euro mehr zahlen, wodurch sich der Jahrespreis auf 62,90 Euro beläuft. Die Bahncard 50, welche sogar einen Rabatt von 50 Prozent auf Fahrkarten ermöglicht, bleibt hingegen preislich unverändert. Kritiker könnten argwöhnen, dass hier versucht wird, eine Preisschere zwischen den verschiedenen Kundenklassen zu etablieren.
Eine weitere bedeutsame Änderung betrifft das Cityticket, welches oft im Rahmen von Fernverkehrstickets genutzt wird, um auch den Nahverkehr im Start- oder Zielort zu bedienen. Während dieses bislang sowohl bei Sparpreisen als auch bei Flexpreisen inkludiert war, wird es künftig nur noch bei den teureren Flexpreisen automatisch enthalten sein. Bei Sparpreisen wird das Angebot zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen, was insbesondere für Städtereisende und Berufspendler eine relevante Veränderung darstellt.
Trotz der oben genannten Änderungen betont die Deutsche Bahn, dass die Preisanpassungen „deutlich unter der aktuellen Inflationsrate“ liegen würden. Dies mag zwar zutreffen, dennoch stellt sich die Frage, inwiefern diese Erhöhungen, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und eines hohen Tarifabschlusses mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), von der breiten Masse der Bahnfahrenden aufgenommen und verkraftet werden. Es bleibt abzuwarten, ob und wie diese preislichen Anpassungen das Reiseverhalten der Menschen beeinflussen werden.
