Equinor-Aktien steigen nach Gaslieferstopp durch Ukraine
Nachfrage nach Alternativen wächst, trotz technischer Störung bleibt Marktführer stabil

Die Aktien des norwegischen Öl- und Gasunternehmens Equinor ASA verzeichneten am Donnerstag einen Kursanstieg von bis zu fünf Prozent. Hintergrund ist der Stopp russischer Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa, der die Nachfrage nach Gas aus anderen Quellen verschoben hat. Equinor profitiert dabei von seiner Rolle als größter europäischer Gasanbieter, die das Unternehmen seit Beginn des Embargos gegen Russland im Jahr 2022 innehat. Das Embargo war eine Reaktion auf den Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar desselben Jahres.
Der Exportstopp russischen Gases durch die Ukraine geht auf das Auslaufen eines langjährigen Vertrags zwischen dem russischen Energiekonzern Gazprom und dem ukrainischen Anbieter Naftogaz zurück. Die Ukraine hat die Vereinbarung aufgrund des anhaltenden Konflikts nicht verlängert. In den vergangenen Jahren hatte die Europäische Union ihre Gasimporte aus Russland schrittweise reduziert. Dennoch bezogen einige Länder wie die Slowakei, Tschechien und Ungarn weiterhin Gas über russische Pipelines. Diese Staaten sind nun gezwungen, ihre Energieversorgung auf andere Anbieter umzustellen, was den Druck auf alternative Gaslieferanten wie Equinor erhöht.
Eine technische Störung in einer Flüssiggasanlage von Equinor in der Arktis hatte hingegen keine Auswirkungen auf den Aktienkurs des Unternehmens. Die Anlage auf der Insel Melkoeya, die jährlich bis zu 6,5 Milliarden Kubikmeter Gas exportieren kann, fiel aufgrund eines Kompressorfehlers aus. Dies entspricht etwa fünf Prozent der gesamten norwegischen Gasexporte. Equinor teilte mit, dass der Betrieb voraussichtlich am 9. Januar wieder aufgenommen werden kann.
Die Ereignisse verdeutlichen die strategische Bedeutung norwegischer Gaslieferungen für Europa, insbesondere vor dem Hintergrund der reduzierten Energieimporte aus Russland. Anleger scheinen das Potenzial von Equinor als stabilen Lieferanten zu schätzen, was sich in der Kursentwicklung des Unternehmens widerspiegelt.
