ANZEIGE

Energieversorger Uniper senkt seine Dividende

Unternehmen will trotz Ukraine-Krise liquide bleiben

3 Min
Energieversorger Uniper senkt seine Dividende

Uniper hat seine Dividende fast ganz gestrichen, da der deutsche Energieversorger angesichts wilder Preisschwankungen auf den Energiemärkten und zunehmender geopolitischer Spannungen versucht, Barmittel zu sparen.

Das in Düsseldorf ansässige Unternehmen teilte am Montag mit, dass es für das Jahr 2021 nur noch 0,07 Euro pro Aktie ausschütten wird, gegenüber 1,37 Euro im Jahr 2020, und begründete dies mit den hohen Gaspreisen und der Unsicherheit in Bezug auf die Ukraine.

Die vorgeschlagene Dividende beläuft sich auf nur 26 Mio. Euro, gegenüber 501 Mio. Euro im Vorjahr, und ist der niedrigste Betrag, den das Unternehmen nach deutschem Recht ausschütten kann. Der Schritt war vom Mehrheitsaktionär unterstützt worden.

"Angesichts der anhaltend hohen Volatilität auf den Energiemärkten, der geopolitischen Lage und der zunehmenden Dynamik der europäischen Energiewende legt Uniper einen stärkeren Fokus auf Liquidität und Investitionsfähigkeit, was sich in dem Dividendenvorschlag widerspiegelt", heißt es in einer Erklärung.

Das Unternehmen erklärte, dass es "derzeit" nicht plane, eine Dividendenpolitik zu beschließen.

Uniper, das sich mehrheitlich im Besitz des finnischen Energieversorgers Fortum befindet, sah sich Anfang des Jahres gezwungen, zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 10 Mrd. Euro zu beschaffen, um einen Liquiditätsengpass zu vermeiden, nachdem ein Rückgang der Gaslieferungen aus Russland nach Europa die Preise in die Höhe schnellen ließ.

Das Unternehmen ist auf russisches Gas angewiesen, um Strom zu erzeugen und einen großen Kundenstamm mit dem fossilen Brennstoff zu versorgen. Wie seine Konkurrenten setzt auch Uniper Derivate ein, um künftige Strom- und Gasverkäufe abzusichern.

Da die Preise im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen sind, haben sich die Verluste aus diesen Absicherungen erhöht, so dass Uniper Einschusszahlungen an Broker, Börsen und andere Gegenparteien leisten muss. Wenn das Gas und der Strom geliefert werden, wird die Marge zurückerstattet.

Die Analysten von Barclays sagten, dass die vorgeschlagene Dividende für 2021 fast 95 Prozent unter den Markterwartungen von 1,381 Euro pro Aktie liege, dass das Unternehmen aber den Schlag abgemildert habe, indem es eine besser als erwartete Gewinnprognose für 2022 angekündigt habe.

Uniper rechnet für 2022 mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen in Höhe von 1 bis 1,3 Mrd. Euro, da das Midstream-Gasgeschäft und die Stromerzeugung eine starke Performance aufweisen. Analysten hatten ein Ergebnis von 1 Milliarde Euro für das Jahr erwartet.

"Wir sehen einen sehr günstigen Investment Case für den europäischen Versorgungssektor", so die Barclays-Analysten. "Eines der Hauptargumente unserer jüngsten Berichte ist, dass die Konsensprognosen die Strompreisrallye noch immer nicht widerspiegeln."

Die deutschen Preise für Grundlaststrom sind im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen, von etwa 50 € pro Megawattstunde im Januar 2021 auf einen Rekordwert von 438 € im Dezember, bevor sie in diesem Jahr auf unter 200 €/MWh zurückgingen.

Uniper gehört mit einer Kapazität von 34 Gigawatt zu den größten Stromerzeugern in Europa und ist auch ein großer Gaslieferant. Das Unternehmen hat rund 600 Kunden in Deutschland und den Nachbarländern, von Industriekunden über Kommunen bis hin zu regionalen Versorgern.

Uniperh war eines von fünf Unternehmen, die Nord Stream 2 unterstützten, die 11 Milliarden Dollar teure Pipeline durch die Ostsee, die es der russischen Gazprom ermöglichen wird, unter Umgehung der Ukraine bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Europa zu leiten.

UniperDeutschlandAktionäre

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer