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Ehemaliger Händler zieht Klage gegen Deutsche Bank zurück

Vorwurf der falschen Darstellung im Libor-Skandal beigelegt, Einigung ohne öffentliche Stellungnahme erzielt

2 Min
Ehemaliger Händler zieht Klage gegen Deutsche Bank zurück

Ein weiterer ehemaliger Händler der Deutschen Bank hat seine Klage im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal zurückgezogen. Der Kläger, Gavin Black, der zuvor als Chef des Geldmarkt- und Derivatehandels in London tätig war, hatte das Geldinstitut beschuldigt, vor Gericht falsche Angaben zu seiner Rolle im Skandal gemacht zu haben. Diese Vorwürfe zielten darauf ab, dass die Deutsche Bank ihre eigene straf- und zivilrechtliche Verantwortung reduzieren oder vollständig vermeiden wollte. Blacks Anwalt gab am Montag bekannt, dass die entsprechenden Unterlagen zur Beilegung der Klage bereits am vergangenen Donnerstag eingereicht wurden. Die Deutsche Bank verweigerte eine Stellungnahme zu diesem Thema.

Gavin Black war 2018 wegen seiner Beteiligung an der Manipulation des „London Interbank Offered Rate“ (Libor) verurteilt worden. Der Libor diente als Referenzzinssatz für eine Vielzahl von Finanzprodukten wie Kreditkarten und Hypotheken. Blacks Verurteilung führte zu einer Geldstrafe und Hausarrest, doch im Berufungsverfahren wurde diese Entscheidung aufgrund mangelnder Beweise aufgehoben. In seiner Zivilklage hatte Black behauptet, dass die Deutsche Bank vor Gericht bewusst falsche Darstellungen gemacht habe, um ihre eigene Haftung im Libor-Skandal zu verringern.

Diese jüngste Entwicklung folgt auf die außergerichtliche Einigung eines anderen ehemaligen Händlers, der ebenfalls eine ähnliche Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht hatte. Auch in diesem Fall kam es zu einer Einigung, bevor die Klage weitergeführt wurde. Die Deutsche Bank hatte bereits 2015 im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal eine Strafe von 2,5 Milliarden Dollar bezahlt. Insgesamt wurden Banken weltweit zu Strafzahlungen in Höhe von neun Milliarden Dollar verurteilt.

Der Libor-Skandal hatte weitreichende Auswirkungen auf den Finanzmarkt, da der Zinssatz als Grundlage für zahlreiche Finanzprodukte diente. Die Manipulation des Libor führte zu erheblichen Verlusten für Investoren und Unternehmen, die auf die Integrität des Zinssatzes vertrauten. Der Libor wurde 2022 offiziell eingestellt, was eine direkte Konsequenz der Enthüllungen und der anschließenden rechtlichen und regulatorischen Maßnahmen war. Die Deutsche Bank und andere betroffene Finanzinstitute sahen sich in den Jahren nach dem Skandal mit zahlreichen Klagen und Strafzahlungen konfrontiert, die das Vertrauen in das Finanzsystem erschütterten.

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