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Duale Stimmrechtsstrukturen: Schaden sie Aktionären langfristig?

Wenn Gründer mehr Macht haben als Investoren, leidet oft das Unternehmen – Allbirds, Snap und Co. als warnendes Beispiel.

2 Min

Duale Aktienklassen, bei denen Gründer überproportional viele Stimmrechte halten, stehen erneut in der Kritik. Auslöser ist der Niedergang von Allbirds, dem einstigen Lieblingsschuhlieferanten des Silicon Valley. Der Börsengang des Unternehmens im Jahr 2021 räumte den Gründern ein unverhältnismäßig großes Mitspracherecht bei der Unternehmensführung ein – eine Struktur, die nun von Investoren als mitverantwortlich für das Scheitern des Unternehmens angesehen wird.

Die Frage, die Anleger und Marktbeobachter umtreibt, ist grundsätzlicher Natur: Hätten externe Disziplinierungsmechanismen die Fehltritte der Führungsebene verhindern können? Bei einer klassischen Aktienstruktur hätten unzufriedene Großaktionäre deutlich mehr Druck auf das Management ausüben können – bei dualen Stimmrechtsstrukturen ist diese Möglichkeit jedoch stark eingeschränkt.

Prominente Fälle häufen sich

Allbirds ist kein Einzelfall. Mehrere bekannte Unternehmen, die in den vergangenen Jahren an die Börse gegangen sind, verfügen über ähnliche Strukturen mit bevorzugten Stimmrechten für ihre Gründer. Dazu zählen:

  • Die Salatbar-Kette

Sweetgreen

  • Der Brillenanbieter

Warby Parker

  • Die Sprachlern-App

Duolingo

  • Das soziale Netzwerk

Snap

Jedes dieser Unternehmen hat laut dem Bericht zuletzt Milliarden an Aktionärsvermögen vernichtet. Ob die duale Stimmrechtsstruktur dabei eine ursächliche Rolle spielt oder lediglich ein begleitender Faktor ist, bleibt unter Experten umstritten.

Was sind duale Stimmrechtsstrukturen?

Bei dualen Aktienklassen – im Englischen als „dual-class share structures" bekannt – erhalten bestimmte Aktionäre, meist die Gründer eines Unternehmens, Aktien mit deutlich mehr Stimmrechten pro Anteil als reguläre Aktionäre. So kann ein Gründer beispielsweise mit einer Aktie zehn Stimmen ausüben, während ein normaler Investor mit einer Aktie nur eine Stimme hat. Diese Konstruktion ermöglicht es den Gründern, die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten, selbst wenn sie wirtschaftlich nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten.

Das Modell hat durchaus Befürworter: Es schützt Gründer vor kurzfristigem Druck durch aktivistische Investoren und ermöglicht langfristiges strategisches Denken. Unternehmen wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet (Google) oder Meta (Facebook) haben mit ähnlichen Strukturen großen Erfolg erzielt. Doch die Kehrseite ist offensichtlich: Wenn das Management Fehler macht, fehlt der externe Korrekturmechanismus.

Geopolitischer Kontext belastet Märkte zusätzlich

Im Hintergrund dieser Unternehmensdebatten sorgt auch die geopolitische Lage für Unsicherheit an den Märkten. US-Präsident Trump drohte dem Iran gegenüber dem Wall Street Journal mit schwerwiegenden Konsequenzen, sollte die Straße von Hormus nicht bis Dienstagnacht US-Zeit für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Gleichzeitig keimte an den Märkten Hoffnung auf einen möglichen Waffenstillstand auf. Der Ölpreis gab leicht nach, während Aktien-Futures auf moderate Gewinne zum Wochenauftakt hindeuteten.

Die Debatte um duale Stimmrechtsstrukturen dürfte angesichts der häufenden Negativbeispiele an Fahrt gewinnen. Für deutsche Privatanleger, die in US-amerikanische Wachstumsunternehmen investieren, lohnt sich ein genauer Blick auf die Aktionärsstruktur – denn nicht jede Aktie ist gleich viel wert, wenn es um Mitsprache geht.

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