Drei Softwareaktien mit Erholungspotenzial nach KI-Ausverkauf
ServiceNow, Autodesk und Zscaler verloren massiv an Wert – doch ihre Fundamentaldaten bleiben strukturell stark.

Der Softwaresektor steht unter erheblichem Druck. Befürchtungen, dass fortschrittliche KI-Agenten traditionelle SaaS-Plattformen verdrängen könnten, lösten einen Markteinbruch aus, der mehr als eine Billion US-Dollar an Börsenwert vernichtete. Doch der breit angelegte Ausverkauf hat auch Chancen eröffnet – für Anleger, die bereit sind, genauer hinzuschauen.
Mehrere bewährte Unternehmen mit starken Bilanzen, beständigem Wachstum und klaren Wettbewerbsvorteilen wurden zusammen mit spekulativeren Werten abgestraft. Das schafft attraktive Einstiegspunkte. ServiceNow (NYSE: NOW), Autodesk (Nasdaq: ADSK) und Zscaler (NASDAQ: ZS) ragen dabei als drei qualitativ hochwertige Softwarewerte heraus, deren Aktien im bisherigen Jahresverlauf deutlich nachgegeben haben, deren zugrunde liegende Geschäfte jedoch strukturell stark bleiben.
ServiceNow: KI-Betriebssystem für Unternehmen
ServiceNow verzeichnete mit einem Minus von rund 37 Prozent seit Jahresbeginn einen der stärksten Kursrückgänge unter den großen SaaS-Werten. Dennoch bleibt das Unternehmen der unangefochtene Marktführer im IT-Service-Management und bei digitalen Workflows. Die Plattform entwickelt sich zunehmend zum „Betriebssystem" für Unternehmens-KI.
Produkte wie Now Assist haben zu einem explosiven Wachstum des KI-bezogenen jährlichen Vertragswerts geführt. Akquisitionen wie Moveworks beschleunigen die generativen KI-Fähigkeiten über Milliarden von Transaktionen und monatlich aktiven Nutzern hinweg. Die Wall Street bleibt überwiegend optimistisch: Das Fair-Value-Kursziel von InvestingPro liegt bei rund 130 US-Dollar, was ein Aufwärtspotenzial von 35 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert. Die große Mehrheit der Analysten bewertet die Aktie mit „Buy" oder „Strong Buy".
Besonders bemerkenswert ist die aktuelle Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als 25 auf Basis der erwarteten Gewinne – bei einem erwarteten EPS-Wachstum von 24 Prozent – liegt die Bewertung nahe ihrem Fünfjahrestief. Für Anleger, die auf eine Erholung setzen, bietet ServiceNow eine seltene Kombination aus stabilen Kundenbeziehungen im Unternehmensbereich, zunehmender KI-Dynamik und einer Neubewertung, die das Risiko-Rendite-Verhältnis äußerst attraktiv macht.
Autodesk: Qualitätssoftware im Sonderangebot
Die Aktien von Autodesk liegen im bisherigen Jahresverlauf etwa 18 Prozent im Minus. Obwohl der Rückgang weniger stark ausfiel als bei der Konkurrenz, spiegelt er dennoch die sektorweite KI-Panik und eine jüngste Herabstufung durch die Citi wider, die kurzfristigen Gegenwind für Softwareunternehmen anführte.
Das Kerngeschäft von Autodesk – cloudbasierte Design- und Engineering-Software für Architektur, Ingenieurwesen, Bauwesen, Medien und Fertigung – bleibt außergewöhnlich widerstandsfähig. KI erweist sich dabei als echter Rückenwind: Autodesk integriert generative Design-Tools und Automatisierung direkt in seine Flaggschiffprodukte und hilft Kunden so, komplexe Projekte zu beschleunigen, anstatt seine Software überflüssig zu machen.
Der Analystenkonsens lautet auf ein solides „Buy", mit durchschnittlichen 12-Monats-Kurszielen von fast 329 US-Dollar. Fair-Value-Modelle deuten auf ein Aufwärtspotenzial von 34 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau hin. Das Unternehmen glänzt zudem mit einer erstklassigen Rentabilität: Die Kapitalrendite (ROIC) liegt bei 26,7 Prozent, die Eigenkapitalrendite (ROE) bei 39,7 Prozent. Da die Aktie immer noch unter früheren Höchstständen notiert, stellt ADSK eine klassische Geschichte von „Qualitätssoftware im Sonderangebot" dar.
Zscaler: Stärkster Rückgang, aber solide Basis
Zscaler gehört mit einem Rückgang von etwa 40 Prozent seit Jahresbeginn zu den am stärksten betroffenen Werten im Softwaresektor. Die Aktie erreichte nach den jüngsten Kursverlusten ein markantes Tief, was das Unternehmen für risikobereite Anleger besonders interessant macht.
Die Kombination aus kurzfristigem Schmerz und langfristiger struktureller Stärke macht alle drei Werte zu überzeugenden Kandidaten für eine Erholung, sobald sich die Stimmung gegenüber dem Softwaresektor stabilisiert. Der breit angelegte Ausverkauf hat dabei wenig zwischen qualitativ hochwertigen und spekulativen Unternehmen unterschieden – genau das schafft die Chance für informierte Anleger.
Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte investieren möchten, bieten ServiceNow, Autodesk und Zscaler derzeit Einstiegsniveaus, die historisch selten waren. Entscheidend bleibt jedoch die eigene Risikobereitschaft: Volatilität im Softwaresektor kann kurzfristig anhalten, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzt.
