ANZEIGE

Dividenden 2025: DAX-Rekordausschüttung als zweites Einkommen nutzen

DAX-Konzerne schütten 2025 rund 55 Milliarden Euro aus – ein historischer Rekord. Wie Privatanleger davon profitieren können.

3 Min
Dividenden 2025: DAX-Rekordausschüttung als zweites Einkommen nutzen

Der Frühling ist traditionell die Zeit der Hauptversammlungen – und damit auch die Saison der Dividendenzahlungen. In diesem Jahr fällt die Ausschüttungslaune der DAX-Konzerne besonders üppig aus. Für das Geschäftsjahr 2025 werden die 40 DAX-Unternehmen voraussichtlich rund 55 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten – so viel wie nie zuvor. „29 von 40 DAX-Unternehmen zahlen mehr Dividende als im vergangenen Jahr", erklärte Christian Röhl, Chefvolkswirt von Scalable Capital, gegenüber der ARD-Finanzredaktion.

Für viele Privatanleger sind Dividenden längst mehr als ein netter Bonus obendrauf. Richtig eingesetzt, entwickeln sie sich zu einer verlässlichen zusätzlichen Einnahmequelle – besonders wertvoll in turbulenten Börsenphasen. Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors, bringt es auf den Punkt: Dividenden seien „wie ein zweites Einkommen" und hätten „so eine Art Airbag-Funktion im Portfolio".

Das Prinzip dahinter ist alles andere als neu. Bereits im 17. Jahrhundert zahlte die niederländische Ostindien-Kompanie VOC Dividenden an ihre Anteilseigner aus – zunächst in Gewürzen wie Pfeffer und Muskat, später in bar. Der Grundgedanke ist bis heute unverändert: Wer einem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellt, soll am erwirtschafteten Gewinn beteiligt werden.

Wie Dividenden die Rendite langfristig verdoppeln

Wie stark Dividenden die Gesamtrendite eines Portfolios beeinflussen, verdeutlicht ein Blick auf den DAX. Als Performance-Index wird er unter der Annahme berechnet, dass alle Dividendenzahlungen sofort reinvestiert werden – ein eingebauter Zinseszins-Effekt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Binnen 20 Jahren hat sich der DAX vervierfacht, entspricht einem Kursplus von rund 300 Prozent. Der reine DAX-Kursindex – also ohne reinvestierte Dividenden – legte im selben Zeitraum lediglich knapp 120 Prozent zu. Dividenden waren damit für weit mehr als die Hälfte der gesamten DAX-Gewinne verantwortlich.

Viele Anleger orientieren sich bei der Aktienauswahl zunächst an der Dividendenrendite – dem Verhältnis der Ausschüttung zum aktuellen Aktienkurs. Doch diese Kennzahl ist immer nur eine Momentaufnahme und ändert sich mit jeder Kursbewegung. Besonders hohe Dividendenrenditen sollten sogar zur Vorsicht mahnen: Sie entstehen häufig durch fallende Kurse und können auf strukturelle Probleme im Geschäftsmodell hinweisen.

Ein anschauliches Beispiel liefern die deutschen Automobilwerte. VW, Mercedes-Benz und Porsche haben ihre Ausschüttungen für das Geschäftsjahr 2025 teils deutlich gekürzt – nachdem die Kurse zuvor erheblich unter Druck geraten waren.

Payout Ratio und Dividendenhistorie als bessere Orientierung

Experten wie Röhl und Naumer empfehlen stattdessen, die sogenannte Payout Ratio in den Fokus zu rücken. Diese Kennzahl gibt an, welcher Anteil des Unternehmensgewinns als Dividende ausgeschüttet wird. Als Faustregel gilt: Je höher die Quote, desto genauer sollten Anleger hinschauen. Eine Ausschüttungsquote von über 100 Prozent ist in der Regel ein klares Warnsignal – das Unternehmen zahlt mehr aus, als es verdient, und greift dabei auf Rücklagen oder Eigenkapital zurück.

Neben der Ausschüttungsquote liefert die Dividendenhistorie wertvolle Hinweise auf die Qualität eines Unternehmens. Scalable-Experte Röhl rät Anlegern, gezielt nach Unternehmen zu suchen, die ihre Dividende über mehrere Konjunkturzyklen hinweg regelmäßig angehoben – und möglichst nie gesenkt – haben. „Wer in der Vergangenheit ein guter, ein zuverlässiger Zahler war, wird das nicht unter Garantie, aber doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, auch in Zukunft sein", so Röhl.

Dividenden-Aristokraten: USA vorn, Deutschland hinterher

Besonders in den USA hat sich das Konzept der sogenannten Dividenden-Aristokraten etabliert. Gemeint sind Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben. Das US-Dividendenportal Sure Dividend zählt aktuell 69 solcher Aristokraten im S&P 500. Coca-Cola sticht dabei besonders hervor: Der Getränkekonzern hat seine Ausschüttung bereits 64 Jahre in Folge angehoben.

Am deutschen Aktienmarkt sucht man Dividenden-Aristokraten nach dieser Definition vergebens. Laut einer Studie der FOM Hochschule und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) schaffen hierzulande gerade einmal elf Unternehmen mindestens zehn Dividendenerhöhungen in Folge. Spitzenreiter ist der MDAX-Schmierstoffhersteller Fuchs mit 24 aufeinanderfolgenden Anhebungen – dem Adelstitel fehlt damit nicht mehr viel.

Für Privatanleger lautet die Konsequenz: Wer Dividenden als verlässliche Einnahmequelle aufbauen möchte, sollte weniger auf kurzfristige Renditeversprechen setzen als auf solide Bilanzen, eine nachhaltige Ausschüttungsquote und eine überzeugende Dividendenhistorie. Und eines darf dabei nicht vergessen werden: Entscheidend ist am Ende stets die Gesamtrendite – die Summe aus Dividendenerträgen und Kursentwicklung.

Dividenden 2025Dax Dividende RekordDividendenrenditePayout RatioDividenden-AristokratenPassives Einkommen AktienDividendenstrategie Privatanleger

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer