Deutschlandticket beflügelt den ÖPNV
Finanzierungsfragen und regionale Unterschiede werfen Schatten auf den Erfolg des Monatstickets

Das Deutschlandticket, ein bundesweit gültiges Monatsticket für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), hat sich als Erfolgsgeschichte entpuppt. Laut einer Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat das Ticket Tausende neue Nutzer für den ÖPNV gewonnen. Acht Prozent der Ticketkäufer gaben an, zuvor nicht den ÖPNV genutzt zu haben. Insgesamt wurden elf Millionen Deutschland-Ticket-Abos verkauft, und rund 10 Millionen Fahrgäste nutzten das Ticket in den Monaten Juli und August.
Trotz des Erfolgs gibt es Diskussionen um die weitere Finanzierung des Projekts. Der VDV fordert eine rasche Einigung zwischen Bund und Ländern über die Anschlussfinanzierung des 49 Euro teuren Monatstickets. Bundesverkehrsminister Volker Wissing erntete Kritik für seinen Vorschlag, dass die Länder bei den Verkehrsverbünden und den Vertriebskosten sparen sollten, um das ÖPNV-Angebot zu verbessern. Wissing ist nicht bereit, mehr Bundesmittel für das Deutschlandticket zur Verfügung zu stellen.
Die Umfrage zeigt auch, dass das Ticket in städtischen Gebieten deutlich beliebter ist als auf dem Land. In Metropolen und Großstädten besitzen 20 bis 30 Prozent der Befragten ein Deutschlandticket, während es in kleineren Städten und ländlichen Gebieten nur sechs Prozent sind. Verbandspräsident Ingo Wortmann betonte, dass ein günstiges Ticket allein nicht ausreiche, um die Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen. Das Angebot vor Ort müsse ebenfalls attraktiv sein.
Zusätzlich sieht der VDV weiteres Potenzial für das Deutschlandticket, insbesondere bei den rund drei Millionen Studierenden in Deutschland. Für diese Gruppe gibt es bisher keine bundesweit einheitliche Lösung. Auch die Umstellung von Jobtickets in Unternehmen auf das Deutschlandticket ist in den Ferienmonaten ins Stocken geraten.
