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Deutsche Bahn: Verspätungen nehmen zu

Infrastrukturprobleme und Baustellen führen zu schlechter Pünktlichkeit - Die Bahn verspricht Sanierungen, aber werden sie ausreichen?

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Deutsche Bahn: Verspätungen nehmen zu

Im vergangenen Jahr war es für viele Bahnreisende in Deutschland eine frustrierende Erfahrung: Fast jeder Dritte erreichte sein Ziel mit mindestens 15 Minuten Verspätung. Laut einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums hat sich die sogenannte Reisendenpünktlichkeit von 2021 zu 2022 um zehn Prozentpunkte verschlechtert. Dies bedeutet, dass nur noch 70,6 Prozent der Fahrgäste pünktlich an ihrem Ziel ankamen.

Die schlechten Pünktlichkeitswerte sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die marode Infrastruktur und zahlreiche Baustellen beeinträchtigen den Zugverkehr erheblich. In den letzten Jahren wurde die Bahninfrastruktur nur unzureichend erneuert, während die Nachfrage nach Zugverkehr gestiegen ist. Die Kapazität des bestehenden Netzes ist begrenzt, und es gibt kaum Platz für zusätzliche Züge.

Besonders besorgniserregend ist, dass 60,9 Prozent der Verspätungen zwischen Januar und Juli 2023 auf "belastungsbedingte Verspätungen" zurückzuführen sind, ein Anstieg von 46,4 Prozent im Jahr 2015. Dies schließt Zugfolgekonflikte ein, die auf Engpässe im Schienennetz zurückzuführen sind.

Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, betonte die Notwendigkeit einer besseren Infrastruktur. Er erklärte, dass Angebotssteigerungen im Nah- und Personenverkehr erst möglich sind, wenn zusätzliche Infrastruktur geschaffen wird, anstatt nur die bestehende zu sanieren und auszubauen.

Die Deutsche Bahn plant für die kommenden Jahre umfangreiche Generalsanierungen auf wichtigen Strecken, um die Pünktlichkeit zu verbessern und die Kapazität des Netzes durch moderne Bahntechnik zu erhöhen. Trotz dieser Bemühungen ist der Neubau von Strecken vorerst eine untergeordnete Priorität.

Deutsche Bahn

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