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Deutsche Autoindustrie am Scheideweg

VDA-Chefin warnt vor hohen Energiekosten und fordert massive Reformen für die Zukunft

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Deutsche Autoindustrie am Scheideweg

Die deutsche Automobilindustrie steht vor einer Zerreißprobe. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), warnt eindringlich vor dem Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Auto-Standort. Laut Müller sind "massive Reformen" erforderlich, um die Zukunft der Branche zu sichern. Besonders kritisch sieht sie die hohen Energiekosten, die Überregulierung und die schleppende Digitalisierung der Verwaltung.

Müller betont, dass die Kostenstruktur in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit der Branche erheblich beeinträchtigt. Insbesondere die hohen Energiekosten sind ein Dorn im Auge der Industrie. Sie fordert einen zeitlich befristeten Industriestrompreis, um zu verhindern, dass Schlüsselindustrien wie die Batterie- oder Halbleitertechnik ins Ausland abwandern. Mittelständische Zulieferer beklagen ebenfalls, dass das Thema Energiepreise für sie "toxisch" werde und Investitionen ins europäische Ausland oder in die USA verlagert werden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Digitalisierung der Verwaltung, die zu Zeitverlusten und Schwierigkeiten in der Autoindustrie führt. Müller fordert dringend notwendige Investitionen in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz. Die Branche plant, in den nächsten fünf Jahren rund 250 Milliarden Euro in die Digitalisierung und andere Bereiche zu investieren. "Wir können und werden nicht warten, weil wir sonst die Klimaziele nicht erreichen", so Müller.

Trotz der düsteren Prognosen gibt es auch optimistische Stimmen. Bosch-Chef Stefan Hartung hält es für verfrüht, die deutschen Autobauer in Bezug auf die Elektromobilität abzuschreiben. Er ist der Meinung, dass "die Deutschen ganz sicher die Chance haben, an die Spitze zurückzukommen". Hartung sieht insbesondere in der Fahrzeug-Software ein künftiges Wachstumsfeld und erwartet bis 2026 einen Umsatz von drei Milliarden Euro allein in diesem Bereich.

Die IAA Mobility, die internationale Automesse, könnte ein entscheidender Moment für die deutsche Autoindustrie sein. Chinesische Autobauer sind erstmals in größerer Zahl vertreten und könnten den deutschen Premiumherstellern wie BMW und Mercedes ernsthafte Konkurrenz machen. Gleichzeitig sind Protestaktionen von Klimaaktivisten geplant, die die Branche zusätzlich unter Druck setzen könnten.

Auto & Mobilität

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