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DAX trotzt Iran-Eskalation: Rheinmetall +6% und Deutsche Bank auf Rekordkurs

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DAX trotzt Iran-Eskalation: Rheinmetall +6% und Deutsche Bank auf Rekordkurs

Starke Quartalsergebnisse von Rheinmetall und der Deutschen Bank haben den DAX am Mittwoch vor größeren Verlusten bewahrt – trotz einer deutlichen Eskalation im Iran-Konflikt, die die Energiemärkte aufwühlte und die internationale Börsenstimmung belastete. Der deutsche Leitindex schloss letztlich nur minimal tiefer bei 25.460 Punkten.

Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise

Der Auslöser für die Nervosität an den Märkten kam aus dem Nahen Osten: Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen dem Iran, Saudi-Arabien und den USA haben die Energiepreise schlagartig nach oben getrieben. "Die Feuerpause im Iran scheint vorbei zu sein und die Energiepreise reagieren bereits auf die neuen militärischen Auseinandersetzungen", erklärte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. Nach drei Tagen mit Rückgängen zog der Brent-Ölpreis um sieben Prozent auf 90,01 Dollar je Barrel an. Das US-Militär gab an, von Iran unterstützte Milizen im Irak angegriffen zu haben, nachdem ein iranischer Überraschungsangriff auf US-Truppen abgewehrt worden sei.

Zusätzliche Brisanz lieferten die mit Iran verbündeten Huthi im Jemen: Sie erwägen Insidern zufolge, Gebühren für den Großteil des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab einzuführen. Eine mögliche Sperrung dieser Wasserstraße würde die Furcht vor Engpässen bei der globalen Ölversorgung weiter anheizen. US-Präsident Donald Trump verschärfte die Lage mit erneuten Drohungen gegen Teheran.

Rheinmetall glänzt mit Rekordzahlen

Inmitten dieser Turbulenzen war Rheinmetall der klare Star des Handelstages. Die Aktien des Düsseldorfer Rüstungskonzerns stiegen um 6,1 Prozent und waren damit größter Gewinner im DAX. Auf Basis vorläufiger Zahlen legte der Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 69 Prozent auf knapp 3,29 Milliarden Euro zu – und übertraf damit die eigene Prognose von Anfang Juli deutlich, die lediglich ein Plus von mehr als 60 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Das operative Ergebnis kletterte auf 562 Millionen Euro und lag damit ebenfalls klar über den mittleren Analystenschätzungen. Der anhaltende Rüstungsboom in Europa trägt Früchte.

Deutsche Bank mit Rekordgewinn

Ein weiterer Kurstreiber im DAX war die Deutsche Bank, deren Aktien zeitweise um bis zu sechs Prozent in die Höhe schnellten. Das Frankfurter Geldhaus erzielte im zweiten Quartal dank eines starken Investmentbankings einen Vorsteuergewinn von 2,68 Milliarden Euro – nur knapp unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2007. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 1,64 Milliarden Euro, was einem Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darüber hinaus kündigte die Bank an, weitere Millionen für den Rückkauf eigener Aktien aufzuwenden – ein Signal des Vertrauens in die eigene Ertragskraft.

BASF und RWE ebenfalls gefragt

Zu den weiteren Gewinnern im DAX zählte BASF mit einem Kursplus von rund vier Prozent. Der weltgrößte Chemiekonzern macht bei seinem Sparprogramm und Konzernumbau Fortschritte: Seit Januar 2024 wurden weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut, die Investitionsausgaben gesenkt und die Anlagenauslastung erhöht, wie Vorstandschef Markus Kamieth betonte. Bereits vor zwei Wochen hatte BASF vorläufige Quartalszahlen vorgelegt und das Gewinnziel angehoben.

Auch RWE-Papiere waren gefragt. Der Energieversorger hat nach einem überraschend starken ersten Halbjahr seine Gewinnprognosen erhöht: Das bereinigte Ebitda wird für das laufende Jahr nun bei 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro erwartet, nach zuvor 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro.

BMW kündigt massiven Stellenabbau an

Als letzter der großen deutschen Autokonzerne legt nun auch BMW ein umfangreiches Stellenabbauprogramm auf. Weltweit sollen rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen. Der Abbau soll sozialverträglich über natürliche Fluktuation sowie ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland erfolgen.

Blick nach Amerika: Fed-Entscheidung und Tech-Zahlen im Fokus

An den US-Börsen agierten Anleger zur Handelsschluss in Frankfurt vorsichtig. Dow Jones, Nasdaq 100 und S&P 500 lagen alle deutlich im Minus. Im Mittelpunkt standen die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen der Tech-Giganten Microsoft und Meta, die nach US-Börsenschluss veröffentlicht wurden. Sie gelten – ebenso wie die Berichte von Apple und Amazon am Donnerstag – als entscheidender Test dafür, ob die KI-getriebene Börsenrally noch weiteres Potenzial besitzt.

Parallel dazu tagte die US-Notenbank Federal Reserve. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen Marktteilnehmer mehrheitlich nicht mit einer Zinsänderung – der Leitzins dürfte damit zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharren. Allerdings nimmt die Diskussion über mögliche Zinserhöhungen wieder zu, da der Iran-Konflikt die Inflationssorgen neu entfacht. Warsh hatte zuletzt seine Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation bekräftigt.

"Anleger wollen grundsätzlich in Aktien investiert bleiben und streuen ihr Risiko breiter als vor ein paar Wochen", fasste Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank, die aktuelle Marktstimmung treffend zusammen.

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