DAX erholt sich leicht
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Gestern verzeichnete der deutsche Leitindex DAX eine leichte Erholung, unterstützt durch die positive Entwicklung an der Wall Street. Trotzdem blieben die Anleger vorsichtig, da sie gespannt auf neue Inflationsdaten in der kommenden Woche warteten. Bereits an diesem Tag hielten sich die Anleger zurück, um größere Risiken zu vermeiden, obwohl der DAX im Laufe des Nachmittags dank des Aufwärtstrends an der Wall Street leicht ins Plus drehte. Dennoch blieb der Index knapp unter der Marke von 16.000 Punkten und schloss schließlich mit einem leichten Anstieg von 0,16 Prozent auf 15.992 Punkten, wobei das Tagestief bei 15.915 Zählern lag. Im Gegensatz dazu verzeichnete der MDAX der mittelgroßen Unternehmen einen Rückgang von 0,41 Prozent auf 26.007 Punkte.
Das Hauptaugenmerk der Investoren richtet sich derzeit auf die bevorstehenden Inflationsdaten aus Deutschland und der Euro-Zone, sowie auf Konsumdaten aus den USA. Diese Daten sind für die Notenbank Federal Reserve von besonderer Bedeutung, da sie Rückschlüsse auf den künftigen Zinskurs der Zentralbanken ermöglichen könnten. Jochen Stanzl von CMC Markets betont die Bedeutung dieser Daten für die Anleger, während Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, darauf hinweist, dass der Handelstag ruhig verlaufen könnte, aber eine Änderung möglich ist, wenn die Inflationsdaten einen bestimmten Trend zeigen.
Die Aktien von Bayer setzten ihren Abstieg fort und gehörten zu den größten Verlierern im DAX. Das Papier verlor 3,5 Prozent und erreichte im Tagestief den niedrigsten Stand seit 2006. Dies ist auf unklare rechtliche Risiken in den USA und das überraschende Ende der Phase-III-Studie für das Schlaganfallmittel Asundexian zurückzuführen. Diese Entwicklungen haben das Vertrauen der Anleger weiter erschüttert, was sich in gesenkten Kurszielen und Empfehlungen durch Analysten widerspiegelt.
Im Gegensatz dazu verzeichnete die Aktie des Energiekonzerns RWE einen Anstieg von über drei Prozent und führte die Gewinner im DAX an. Das Unternehmen gab bekannt, dass es höhere Ziele für das laufende Jahrzehnt anstrebt. In den Jahren 2024 bis 2030 plant RWE, weltweit netto 55 Milliarden Euro zu investieren und sein "grünes" Portfolio auf über 65 Gigawatt an erneuerbaren Energien auszubauen. Diese Investitionen sollen das profitable Wachstum des Unternehmens vorantreiben, wobei der Vorstandschef Markus Krebber eine jährliche Steigerung des bereinigten Ebitda von durchschnittlich 14 Prozent bis 2030 prognostiziert. Die Dividende soll jährlich um fünf bis bis Prozent steigen.
Die US-Börsen zeigten Stabilität, nachdem sie zu Beginn des Tages etwas lethargisch gestartet waren. Der Dow Jones gewann über 0,3 Prozent, und auch andere wichtige Indizes verzeichneten ähnliche Gewinne. Die Erwartung, dass die Zinssätze ihren Höhepunkt erreicht haben und die US-Wirtschaft eine Rezession vermeiden wird, unterstützte Aktien und Staatsanleihen in diesem Monat. Allerdings warnen Marktstrategen der Citigroup davor, dass die starke Rallye im November möglicherweise an Schwung verliert.
Novavax, ein Impfstoffhersteller, zog das Interesse der Anleger auf sich, da sein Covid-Impfstoff von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die aktive Immunisierung von Personen ab 12 Jahren zugelassen wurde. Die Aktien von Boeing, dem Flugzeughersteller, stiegen um 2,1 Prozent, nachdem sie von der kanadischen Bank RBC von "Sector Perform" auf "Outperform" hochgestuft wurden. Dies folgte einem Jahr mit Lieferengpässen und niedrigeren Erwartungen, was auf eine bessere Ausgangslage für das Jahr 2024 hinweist.
Am Devisenmarkt stärkte sich der Euro, der zuletzt bei 1,0985 Dollar gehandelt wurde. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0949 Dollar fest. Bundesbankpräsident Joachim Nagel gab der Gemeinschaftswährung etwas Rückenwind, indem er betonte, dass es zu früh sei, über Zinssenkungen zu spekulieren. Dies stützte den Euro zusätzlich.
Der US-Immobilienmarkt setzte seine Erholung fort, wobei die Häuserpreise in den 20 großen Metropolregionen der Vereinigten Staaten im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,9 Prozent stiegen. Dies war teilweise auf das begrenzte Angebot an Häusern zurückzuführen. Die steigenden Preise wurden von Craig Lazzara von S&P hauptsächlich auf das begrenzte Angebot an Häusern zurückgeführt. Es wird erwartet, dass diese Entwicklung den Immobilienmarkt weiterhin positiv beeinflusst, sofern keine negativen wirtschaftlichen Einflüsse auftreten.
