Dan Ives: Tech-Aktien haben noch 15% Aufwärtspotenzial bis 2026
Wedbush-Analyst Dan Ives sieht den KI-Boom erst im „dritten Inning" und empfiehlt Palantir als Top-Pick außerhalb der Magnificent Seven.

Dan Ives, Leiter der globalen Technologieanalyse bei Wedbush Securities, sendet eine klare Botschaft an alle Anleger, die sich fragen, ob der KI-Handel seinen Höhepunkt bereits erreicht hat: Es ist noch lange nicht vorbei. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC erklärte Ives, dass Technologieaktien für den Rest des Jahres 2026 noch ein weiteres Aufwärtspotenzial von 15% besitzen. Seine Einschätzung fällt damit deutlich optimistischer aus als viele aktuelle Marktkommentare.
Der Analyst bediente sich dabei einer Baseball-Metapher, um den Stand des KI-Zyklus zu beschreiben: „Wir befinden uns im dritten Inning dieses Neun-Inning-Spiels in Bezug auf KI, und das ist bullish." Das bedeutet im Klartext: Laut Ives ist erst ein Drittel des gesamten KI-Booms gespielt – der größte Teil des Potenzials liegt noch vor uns.
Der KI-Handel weitet sich aus
Besonders interessant für Anleger ist die Beobachtung von Ives, dass sich der KI-Handel nicht mehr nur auf die sogenannten „Magnificent Seven" – also die größten US-Technologiekonzerne wie Apple, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, Nvidia, Alphabet, Amazon, Meta und Tesla – beschränkt. Er sieht nun auch Chancen bei Unternehmen der zweiten und dritten Reihe. „Intel, Cisco, Dell … es breitet sich aus. Was im Wesentlichen passiert, ist, dass sich dieser Tech-Handel nun in zweiten und dritten Ableitungen über Hardware, Halbleiter und das, was ich letztlich für Software und Infrastruktur halte, abspielt", so Ives wörtlich.
Diese drei Unternehmen – Intel, Cisco Systems und Dell Technologies – gelten bei vielen Marktteilnehmern noch immer als Technologie der „alten Schule". Doch auch sie haben zuletzt positive Ergebnisse vorgelegt und könnten von der nächsten Phase der KI-Rallye profitieren. Für deutsche Anleger, die bislang stark auf die Megacap-Namen gesetzt haben, könnte dies ein Signal sein, den Blick zu erweitern.
CapEx-Bestätigung als entscheidender Faktor
Ein weiteres zentrales Thema in Ives' Analyse sind die Investitionsausgaben (CapEx) der großen Technologiekonzerne. Unternehmen investieren derzeit hunderte Milliarden US-Dollar in den Aufbau von KI-Kapazitäten – eine Entwicklung, die den Markt zeitweise verunsichert hat. Die Frage lautete: Ist das zu viel, und werden die Unternehmen eine angemessene Rendite erzielen?
Ives gibt sich hier zuversichtlich: „Ich denke, was wir sehen werden, ist nicht nur eine Bestätigung der Investitionsausgaben. Die Monetarisierung beginnt sich aus einer KI-Perspektive zu realisieren." Für ihn ist die Bestätigung der CapEx-Pläne in den kommenden Quartalsberichten ein positives Signal. Sollten Unternehmen hingegen eine Pause oder einen Rückgang der Ausgaben ankündigen, könnte dies auf einen Markthöhepunkt hindeuten.
Palantir als Favorit außerhalb der Magnificent Seven
Als seinen persönlichen Top-Pick außerhalb der Magnificent Seven nennt Ives Palantir Technologies. Das Datenanalyse-Unternehmen befinde sich laut dem Analysten im „Epizentrum" der KI-Revolution. Ives geht sogar so weit zu sagen: „Ich glaube, das wird in den nächsten zwei oder drei Jahren eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar sein." Aktuell liegt Palantirs Marktkapitalisierung noch deutlich darunter – ein solches Szenario würde eine erhebliche weitere Kurssteigerung bedeuten.
Für Anleger, die breit gestreut in den Tech-Sektor investieren möchten, nennt der Artikel mehrere ETF-Optionen. Der Invesco QQQ ETF sowie der Vanguard Information Technology ETF bieten dabei starke Allokationen in den Magnificent Seven. Wer hingegen nach einem günstigeren Einstieg sucht, könnte einen Blick auf den State Street SPDR S&P Software & Services ETF werfen: Software-Aktien wurden in der jüngsten KI-Rallye weitgehend vernachlässigt, und dieser ETF notiert mehr als 25% unter seinem Allzeithoch – mit entsprechendem Aufholpotenzial, sobald ein Katalysator für den Sektor gefunden wird.
Insgesamt zeichnet Dan Ives ein klar bullishes Bild für den Tech-Sektor. Anleger sollten jedoch die Positionsgröße im Blick behalten und nicht alles auf eine Karte setzen – auch wenn die Argumente für eine Fortsetzung der KI-Rallye nach wie vor stark sind.
