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Dallas-Fed-Umfrage: US-Ölmanager erwarten leichtes Produktionswachstum trotz Unsicherheiten

Geopolitische Spannungen und Kostendruck trüben den Ausblick der US-Ölindustrie, trotz steigender Aktivität im zweiten Quartal.

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Dallas-Fed-Umfrage: US-Ölmanager erwarten leichtes Produktionswachstum trotz Unsicherheiten

US-amerikanische Ölmanager rechnen bei den aktuellen Preisen mit einem moderaten Anstieg der heimischen Ölförderung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Dallas Federal Reserve hervor, für die zwischen dem 9. und 17. Juni Daten von 124 Öl- und Gasunternehmen erhoben wurden. Gleichzeitig dämpfen geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Fragen die Planungssicherheit der Branche erheblich.

Die Aktivitäten im Öl- und Gassektor stiegen im zweiten Quartal so schnell wie seit vier Jahren nicht mehr. Allerdings ging dieser Aufschwung mit einem überdurchschnittlichen Kostendruck einher, wie Kunal Patel, Senior Business Economist bei der Dallas Fed, erläuterte. Besonders die Vorleistungskosten für Ölfelddienstleister kletterten aufgrund höherer Arbeits- und Kraftstoffkosten drastisch nach oben.

Produktionswachstum von 2 bis 3 Prozent erwartet

Patel zufolge erwarten die meisten Ölgesellschaften bei den aktuellen Marktpreisen einen geringen Produktionsanstieg. „Intern rechnen wir mit einem Wachstum der Produktion von 2 bis 3 Prozent", so Patel. Der US-Referenzölpreis West Texas Intermediate (WTI) notierte zum Zeitpunkt der Umfrage bei rund 70 US-Dollar pro Barrel.

Ein Manager aus dem Bereich Exploration und Produktion beschrieb die aktuelle Lage treffend: Schnelle Veränderungen in der internationalen Geopolitik sorgten für eine Sicht wie durch eine „trübe Windschutzscheibe" auf die künftige Entwicklung von Ölpreis und Nachfrage. Hinzu komme, dass die Einhaltung regulatorischer Vorschriften zu einem erheblichen Kostenfaktor werde.

Iran-Konflikt als zentraler Unsicherheitsfaktor

Der anhaltende Iran-Konflikt beschäftigt die Branche besonders stark. Eine Führungskraft eines Explorations- und Produktionsunternehmens kommentierte: „Unter den aktuellen Bedingungen des Iran-Konflikts ist es schwierig, den Rohölpreis mit einiger Sicherheit vorherzusagen. Ich vermute, dass wir selbst bei einem Waffenstillstandsabkommen über mehrere Monate hinweg höhere Preise sowohl für Rohöl als auch für Erdgas sehen werden."

Auf die Frage, bei welchem Preis WTI in diesem Jahr seinen Höchststand erreichen wird, falls der Iran-Konflikt bis zum Jahresende andauert, gaben zwei Drittel der Befragten an, dass die Preise bei 125 US-Dollar oder weniger gipfeln würden. Rund 20 Prozent der Teilnehmer erwarten hingegen einen Preisbereich zwischen 125 und 150 US-Dollar pro Barrel.

Viele Führungskräfte zeigten sich überzeugt, dass der Ölmarkt nicht zu früheren Bedingungen zurückkehren werde. Sie gehen davon aus, dass die Märkte dauerhaft neu geordnet wurden und die Risikoprämie für Öl aus dem Persischen Golf voraussichtlich bestehen bleibt. Diese strukturelle Verschiebung hat weitreichende Konsequenzen für die langfristige Investitionsplanung der Unternehmen.

Kostendruck frisst Umsatzwachstum auf

Auf der Kostenseite berichten Dienstleister von erheblichem Druck. Ein Manager eines Öl- und Gasdienstleisters merkte an, dass die Geschäftstätigkeit im zweiten Quartal zwar zugenommen habe, ein Anstieg der Dieselkosten um 65 Prozent das Umsatzwachstum jedoch teilweise zunichtegemacht habe. Ein weiterer Teilnehmer stellte fest, dass die Preise für Ausrüstungsgüter nicht mit der allgemeinen Inflation Schritt gehalten haben.

Die Ergebnisse der Dallas-Fed-Umfrage zeichnen damit ein zweigeteiltes Bild der US-Ölindustrie: Auf der einen Seite steht eine spürbar gestiegene Aktivität und ein moderates Produktionswachstum, auf der anderen Seite belasten Kostenexplosionen, geopolitische Risiken und regulatorische Unsicherheiten die Branche. Für deutsche Anleger, die in US-Energiewerte oder Rohstoff-ETFs investiert sind, bleibt die Entwicklung des WTI-Preises und der amerikanischen Fördermengen ein wichtiger Indikator für die globale Energieversorgung.

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