CVS Health hebt Jahresprognose 2026 nach starkem Quartalsergebnis an
Bessere Kostenkontrolle im Krankenversicherungsgeschäft und ein profitablerer Medikamentenmix treiben den Gewinn des US-Gesundheitskonzerns.

CVS Health hat am Mittwoch seine Jahresprognose für 2026 angehoben. Der US-Gesundheitskonzern profitierte von gestiegenen Gewinnen im Apothekenmanagement sowie einer deutlich verbesserten Kostenkontrolle im staatlich geförderten Krankenversicherungsgeschäft. Die Aktie legte vorbörslich um knapp 6% zu.
Das Unternehmen prognostiziert für 2026 nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von $7,30 bis $7,50 – gegenüber der bisherigen Spanne von $7,00 bis $7,20. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt lediglich $7,16 je Aktie erwartet. Die angehobene Prognose spiegele geringere Ausgaben für medizinische Leistungen im Krankenversicherungsgeschäft wider, so das Unternehmen.
Im ersten Quartal erzielte CVS einen bereinigten Gewinn von $2,57 je Aktie und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von $2,20 je Aktie deutlich. Der Gesamtumsatz stieg auf $100,4 Milliarden und übertraf die Erwartungen von $95,1 Milliarden erheblich. Es war bereits das fünfte Quartal in Folge, in dem CVS die Erwartungen der Wall Street übertreffen konnte.
Starke Zahlen im Versicherungsgeschäft
Besonders auffällig war die Entwicklung im Versicherungsgeschäft: Die Aetna-Sparte von CVS meldete eine Medical Loss Ratio – also den Anteil der Prämieneinnahmen, der für medizinische Leistungen ausgegeben wird – von 84,6%. Analysten hatten hier 87,58% erwartet, im Vorjahr hatte der Wert noch bei 87,3% gelegen. Eine niedrigere Medical Loss Ratio bedeutet, dass der Versicherer einen größeren Anteil der Prämien als Gewinn einbehalten kann.
„Wir verbessern unsere Prognosefähigkeiten, daher hat mich der Kostentrend nicht überrascht", sagte Finanzvorstand Brian Newman in einem Interview mit Reuters. Ein profitablerer Medikamentenmix habe zudem den Gewinn bei Caremark, dem Pharmacy Benefit Manager des Unternehmens, gesteigert. Das Segment für Gesundheitsdienstleistungen, zu dem Caremark gehört, verzeichnete ein Umsatzplus von 11%, der Bereich Gesundheitsleistungen wuchs um 3%.
Leerink-Analyst Michael Cherny kommentierte die Zahlen positiv: „Insgesamt ein sehr starkes Quartal, das die jüngste Dynamik fortsetzen sollte, während CVS auf den Pfad der Ertragskraft zurückkehrt."
Herausforderungen im Medicare-Advantage-Markt
CVS ist mit seiner Aetna-Sparte stark im Medicare-Advantage-Programm vertreten – dem US-Regierungsprogramm für Erwachsene ab 65 Jahren und Menschen mit Behinderungen. Wettbewerber wie UnitedHealth und Humana hatten zuletzt über höhere medizinische Kosten innerhalb des Programms sowie über eine Lücke zwischen staatlichen Erstattungen und tatsächlichen Ausgaben berichtet.
Die US-Regierung kündigte im April an, die Zahlungen für 2027 an Medicare-Advantage-Versicherer um durchschnittlich 2,48% zu erhöhen. Finanzvorstand Newman erklärte jedoch, dass diese Erhöhung noch immer nicht den Kostenschätzungen für das nächste Jahr entspreche. Das Unternehmen werde sich daher auf Preisanpassungen oder Leistungsänderungen konzentrieren.
Apothekengeschäft wächst, aber Kosten steigen
Das Apothekengeschäft von CVS wuchs 2025 um 5%, nachdem Filialen des insolventen Konkurrenten Rite Aid übernommen wurden. Durch die Übernahme gewann CVS rund 9 Millionen neue Kunden. Obwohl das Unternehmen mehr Rezepte einlösen und teurere Medikamente abgeben konnte, sank das Betriebsergebnis dieser Sparte im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 8,8%.
Als Gründe nannte CVS regulatorische Änderungen, die die Preise bestimmter Medikamente beeinflussen, einen geringeren Anteil an behandelten Erkältungs- und Grippeerkrankungen sowie wetterbedingte Unterbrechungen. „Wir hatten eine Reihe von Filialen, die wegen Schneefalls geschlossen waren", sagte Newman.
Der Turnaround bei CVS Health, das seinen Sitz in Woonsocket, Rhode Island hat, scheint damit weiter Fahrt aufzunehmen. Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen noch mehrere Quartalsziele der Wall Street verfehlt und seinen CEO ausgetauscht. Die aktuellen Ergebnisse signalisieren, dass der eingeschlagene Sanierungskurs Früchte trägt.
