Costco-Aktie trotzt Iran-Konflikt: Warum sie felsenfest bleibt
Während Märkte durch den Iran-Konflikt schwanken, zeigte Costco in den letzten zwei Monaten bemerkenswerte Stabilität.

Die Aktienmärkte bleiben volatil: Der Iran hat die Straße von Hormus erneut gesperrt, und Präsident Trump erklärte, eine Verlängerung des zweiwöchigen Waffenstillstands sei unwahrscheinlich. Anleger suchen angesichts dieser anhaltenden Unsicherheit im Nahen Osten nach stabilen Investments. Eine Aktie sticht dabei besonders hervor – Costco (COST).
Der Einzelhandelsriese zeigte sich in den vergangenen zwei Monaten nahezu unbeeindruckt vom Konfliktgeschehen. Während der S&P 500 im März deutlich einbrach, fiel Costco lediglich um 4% – nur halb so viel wie der maximale Rückgang des breiten Marktindex. Damit verhielt sich die Aktie so, als fände der Iran-Konflikt schlicht nicht statt.
Warum Costco gewinnen kann, egal was im Nahen Osten passiert
Das Geschäftsmodell von Costco unterscheidet sich grundlegend von dem anderer Einzelhändler. Das Unternehmen erzielt den Großteil seines Gewinns nicht aus dem klassischen Warenverkauf, sondern aus Mitgliedsbeiträgen. Dieses Mitgliedschaftsmodell macht die Einzelhandelsumsätze weniger bedeutsam als bei der Konkurrenz und sorgt für eine stabile Einnahmebasis – unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld.
Die Kundenbindungsrate liegt bei rund 90%. Das Unternehmen kann seinen Mitgliedern durch das Modell extrem niedrige Preise anbieten, was dafür sorgt, dass Kunden regelmäßig in die Filialen zurückkehren. Costco verfügt zudem über einen einkommensstärkeren Kundenstamm als der typische Einzelhändler – diese Kunden reagieren weniger empfindlich auf wirtschaftliche Schwankungen und halten ihre Mitgliedschaft auch in unsicheren Zeiten aufrecht.
Ein weiterer Puffer gegen steigende Ölpreise: Costco verkauft auch Benzin. Bei hohen Kraftstoffpreisen verzeichnet das Unternehmen tendenziell eine höhere Kundenfrequenz an seinen Tankstellen, was sowohl Gewinne in der Kraftstoffsparte als auch mehr Besucher in den Filialen bedeutet. Steigende Versandkosten durch hohe Ölpreise können so zumindest teilweise kompensiert werden.
Hinzu kommt, dass der Großteil der Umsätze von Costco aus Grundnahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs stammt – nicht aus Luxusgütern. Die Kunden kommen, um Produkte zu kaufen, die sie benötigen und die günstiger sind als bei der Konkurrenz. Das macht das Unternehmen klassisch rezessionsresistent.
Bewertung und aktuelle Geschäftszahlen
Costco wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 52 gehandelt – fast dem Doppelten des S&P 500. Dieses Bewertungsniveau ist normalerweise vielversprechenden Wachstumsaktien vorbehalten. Doch Costco rechtfertigt diesen Aufschlag mit soliden Ergebnissen.
Die um Benzinpreise und Wechselkurse bereinigten vergleichbaren Umsätze stiegen in den ersten 31 Wochen des laufenden Geschäftsjahres um 6,4% – ein Wert, der fast jeden anderen Einzelhändler übertrifft. Basiskonsumgüter-Aktien wie Costco werden generell mit einem Aufschlag gehandelt, da sie als rezessionsresistent gelten und Schocks wie dem aktuellen Iran-Konflikt besser standhalten als zyklische Werte.
Für deutsche Privatanleger, die ihr Portfolio in unsicheren Zeiten absichern möchten, bietet Costco damit eine interessante Option. Die Kombination aus stabilem Mitgliedschaftsmodell, breitem Produktsortiment im Grundbedarfsbereich und dem Benzingeschäft macht das Unternehmen zu einem der widerstandsfähigsten Einzelhändler weltweit.
