Continental schwankt zwischen Erfolg und Problem
Während der Gewinn ansteigt, bleibt die Automotive-Sparte beim Autozulieferer schwach

Der deutsche Autozulieferer Continental hat trotz eines leichten Umsatzrückgangs einen Anstieg seines Gewinns verzeichnet. Die jüngsten Geschäftsergebnisse weisen auf eine Verbesserung des bereinigten Betriebsgewinns um 7,1 Prozent auf 637 Millionen Euro hin, obwohl der Umsatz um 1,5 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro sank. Dieser Gewinnanstieg wird vor allem auf durchgesetzte Preiserhöhungen und eine Stabilisierung der Lieferketten zurückgeführt.
Der Vorstandsvorsitzende Nikolai Setzer erkannte kleine Fortschritte im Automotive-Sektor des Konzerns an und deutete an, dass man darauf aufbauen und sich im vierten Quartal weiter verbessern wolle. Nichtsdestotrotz weist das Unternehmen darauf hin, dass in dieser Sparte negative Wechselkurseffekte zu erwarten sind. Folglich wurde die Umsatzprognose auf 20 bis 21 Milliarden Euro nach unten korrigiert, was einer Reduktion von 500 Millionen Euro entspricht.
Ein anderes Bild zeichnet sich im Reifengeschäft ab, für welches das Unternehmen eine positive Entwicklung vorhersagt. Es wird eine bereinigte Gewinnmarge zwischen 12,5 und 13,5 Prozent erwartet, während der gesamte Konzernumsatz voraussichtlich zwischen 41 und 43 Milliarden Euro liegen soll – eine leichte Anpassung gegenüber der früheren Prognose.
Trotz der positiven Nachrichten aus dem Reifen- und Industriegeschäft bleibt ein großes Problem bestehen: Die Automotive-Sparte, die als Kern des Zukunftsgeschäfts mit Autosoftware, Sensorik und Autokomponenten gilt, kann bisher nicht den erwarteten Beitrag zum Gewinn des Gesamtkonzerns leisten. Im dritten Quartal verzeichnete dieser Bereich einen Verlust von 2,6 Millionen Euro, und über die ersten neun Monate des Jahres summierte sich dieser Verlust auf über 26 Millionen Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Automotive-Sparte zwar eine bessere Performance, doch bleibt sie ein Sorgenkind, da sie trotz hoher Investitionen seit Jahren kaum Gewinn beisteuert. Daraus resultierend verbrennt Continental weiterhin Geld, wobei der Free Cashflow nach neun Monaten mit über 620 Millionen Euro im Minus liegt.
Um die Situation zu verbessern, arbeitet Continental an Restrukturierungsplänen. Es wird berichtet, dass im Konzern die Einsicht gewachsen sei, in den Bereichen automatisiertes Fahren und Autosoftware nicht mehr aus eigener Kraft wachsen zu können. Als eine mögliche Strategie wird die Gründung eines Joint Ventures mit Minderheitsbeteiligung in Betracht gezogen, um in den Zukunftsmärkten besser positioniert zu sein.
