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Commerzbank: Rückkäufe trotz Gewinnrückgangs

Belastungen in Polen und Russland, Aktie fällt um fünf Prozent

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Commerzbank: Rückkäufe trotz Gewinnrückgangs

Die Commerzbank hat im zweiten Quartal des Jahres etwa fünf Prozent weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Hauptursachen dafür waren Sonderbelastungen in Polen und Russland, hinzu kamen vier große Problemkredite. Auch die Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusste die Ergebnisse. Trotz dieser Herausforderungen hält die zweitgrößte deutsche Privatbank an ihrer Jahresprognose fest. Der Konzerngewinn sank auf 538 Millionen Euro, wobei nach Abzug der Zinszahlungen spezieller Anleihen den Aktionären 490 Millionen Euro blieben. Dies entspricht einem Rückgang von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz der leichten Übertreffung der Analystenschätzungen reagierte der Aktienkurs der Commerzbank negativ und verzeichnete einen Rückgang von rund fünf Prozent, was sie zur größten Verliererin im Deutschen Aktienindex (DAX) machte. Die Ankündigung eines weiteren Aktienrückkaufs konnte den Kursverfall nicht stoppen. Die Bank plant, Anleihen im Umfang von 600 Millionen Euro zurückzukaufen und hat dafür die notwendigen Anträge bei der Bankenaufsicht der EZB gestellt. Finanzchefin Bettina Orlopp erwartet die Genehmigung zu Beginn des vierten Quartals.

Das neue Aktienrückkaufprogramm wäre das dritte seit 2023. Sollte es keine größeren Rückschläge in Russland oder Polen geben, plant die Commerzbank im dritten Quartal einen weiteren Rückkauf. Im zweiten Quartal führten Geschäfte in Russland und Polen zu Belastungen von 395 Millionen Euro. Für Russland wurden Rückstellungen in Höhe von 95 Millionen Euro gebildet, nachdem ein Gericht Vermögenswerte der Bank gepfändet hatte. Die Commerzbank ist jedoch zuversichtlich, diese Summe zurückfordern zu können. In Polen waren die Belastungen mit 300 Millionen Euro deutlich höher, hauptsächlich aufgrund von Fremdwährungskrediten für polnische Kunden, die die Bilanz mit rund 240 Millionen Euro belasteten.

Diese Fremdwährungskredite resultieren aus der früheren Aufnahme von Krediten in Schweizer Franken durch polnische Kunden, was durch den starken Wertverlust des Zloty gegenüber dem Franken zu erheblichen Belastungen führte. Viele Kreditnehmer klagten gegen die Commerzbank und andere Banken und erhielten häufig Recht. Im zweiten Halbjahr erwartet die Commerzbank weiterhin „erhebliche, aber geringere“ Belastungen aus diesen Krediten.

Die Risikovorsorge der Bank blieb im zweiten Quartal mit 199 Millionen Euro stabil, war jedoch höher als von Experten erwartet. Dominiert wurde die Risikovorsorge durch Rückstellungen für vier Problemkredite in Höhe von 150 Millionen Euro. Die Zinswende beeinflusste auch die Erträge: Obwohl die Bank mehr Einlagen sammelte, musste sie ihren Kunden höhere Zinsen zahlen, was den Zinsüberschuss um 2,4 Prozent sinken ließ.

Trotz dieser Herausforderungen zeigte sich die Commerzbank zuversichtlich für das Gesamtjahr. Das erste Halbjahr war das beste seit 15 Jahren, unterstützt durch erhöhte Kreditnachfragen von Unternehmen und aktivere Privatkunden bei Wertpapieren. Die Bank hält an ihren Jahreszielen fest, mit einem erwarteten Anstieg des Konzerngewinns und einem Zinsüberschuss von rund 8,1 Milliarden Euro. Das Provisionsergebnis aus Dienstleistungsgeschäften soll um vier Prozent zulegen, was im zweiten Quartal bereits erreicht wurde.

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