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Coinbase tritt Stablecoin-Allianz bei – Was das für Anleger bedeutet

Coinbase schließt sich einer 140-Unternehmen-Koalition für den neuen Stablecoin Open USD an – und reduziert damit die Abhängigkeit von Circle.

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Coinbase tritt Stablecoin-Allianz bei – Was das für Anleger bedeutet

Coinbase hat am 30. Juni eine bedeutende strategische Entscheidung getroffen: Das Unternehmen schloss sich einer Koalition aus mehr als 140 Finanz-, Technologie- und Einzelhandelsunternehmen an, um den neuen Stablecoin Open USD (OUSD) zu unterstützen. Der Schritt überraschte viele Marktbeobachter, da Coinbase bislang als Gründungspartner des Stablecoins USDC von Circle galt und weiterhin alle Zinseinkünfte aus USDC auf der eigenen Börse behält.

Der Hintergrund ist jedoch klar: Die entscheidende Partnerschaft zur Umsatzbeteiligung mit Circle läuft am 18. August aus. Coinbase scheint daher aktiv daran interessiert zu sein, seine Abhängigkeit von einem einzigen Stablecoin-Anbieter zu reduzieren und sich breiter aufzustellen. Diese Neuausrichtung hat die Aktie von Circle bereits massiv unter Druck gesetzt.

Die Koalition hinter Open USD

Bei OUSD handelt es sich um ein gemeinschaftlich verwaltetes Projekt. Zu den Mitgliedern der Allianz zählen neben Coinbase namhafte Unternehmen wie Visa, Mastercard, Stripe, BlackRock, die Google-Mutter Alphabet sowie Shopify. Das Reserveeinkommen – also die Zinserträge auf die zur Deckung des Stablecoins gehaltenen Barmittel und US-Staatsanleihen – wird dabei unter allen beteiligten Unternehmen aufgeteilt.

Dieses Modell unterscheidet sich grundlegend von der bisherigen Struktur bei USDC: Dort ist Circle das einzige Unternehmen, das den Stablecoin emittiert und verwaltet, und generiert den Großteil seines Umsatzes durch eben jene Zinserträge. Die Demokratisierung und Dezentralisierung dieses Einkommensstroms stellt eine erhebliche Bedrohung für Circle dar – ist jedoch ein positives Signal für Coinbase und die übrigen Koalitionspartner.

Coinbase kann dabei beide Wege gleichzeitig verfolgen: Die Umsatzbeteiligungsvereinbarung mit Circle verlängern und gleichzeitig den für später in diesem Jahr geplanten Start von OUSD unterstützen. Als eine der weltweit größten Kryptobörsen profitiert das Unternehmen von der zunehmenden Akzeptanz von Stablecoins – unabhängig davon, welcher Token sich letztlich am Markt durchsetzt.

Stablecoins als wachsender Umsatztreiber

Die Zahlen belegen die Bedeutung dieses Segments für Coinbase eindrücklich: Im Jahr 2025 stieg der Umsatz aus Stablecoins im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent auf 1,35 Milliarden US-Dollar. Das entspricht fast 19 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens. Stablecoins sind damit längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Pfeiler des Geschäftsmodells.

Sollte der sogenannte CLARITY Act in den USA mit einem günstigen Ergebnis für Stablecoin-Renditen verabschiedet werden, könnte dieses Geschäft noch schneller wachsen. Gleichzeitig würde eine breitere Stablecoin-Nutzung die Abhängigkeit von Coinbase von den volatileren Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum weiter verringern – ein struktureller Vorteil, der das Unternehmen langfristig stabiler machen könnte.

Was bedeutet das für die Coinbase-Aktie?

Historisch war der Umsatz von Coinbase eng an die Boom-und-Bust-Zyklen des Kryptomarktes gekoppelt. Sollten Stablecoins jedoch auf breiterer Basis als schnellere, günstigere und stärker auf Privatsphäre ausgerichtete Alternative zum US-Dollar eingeführt werden, dürfte die Anfälligkeit des Unternehmens gegenüber diesen unbeständigen Marktzyklen spürbar abnehmen.

Für den Zeitraum von 2025 bis 2028 erwarten Analysten, dass sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBITDA von Coinbase mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4 Prozent wachsen werden. Für eine Aktie, die derzeit mit dem 21-Fachen des diesjährigen bereinigten EBITDA gehandelt wird, klingen diese Wachstumsraten zunächst moderat.

Diese Prognosen könnten jedoch deutlich steigen, sobald die Zinsen sinken, mehr Anleger wieder in Kryptowährungen umschichten und ein neuer „Krypto-Sommer" beginnt. Die zunehmende Zulassung und Verbreitung von Stablecoins würde diese Gewinne zusätzlich verstärken. Für Anleger, die an diesen Rückenwind glauben, könnte die derzeit unter Druck stehende Coinbase-Aktie daher eine interessante Akkumulationsgelegenheit darstellen.

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