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Cleveland-Fed-Chefin Hammack fordert sofortige Zinserhöhung gegen Inflation

Beth Hammack plädiert für restriktivere Geldpolitik, um die Inflation von über 3% auf das Fed-Ziel von 2% zu drücken.

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Cleveland-Fed-Chefin Hammack fordert sofortige Zinserhöhung gegen Inflation

Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank von Cleveland, hat sich klar für eine unmittelbare Anhebung der US-Leitzinsen ausgesprochen. In einer Rede vor der Handelskammer von Dayton im US-Bundesstaat Ohio erklärte sie am Donnerstag, dass die Notenbank handeln müsse, um die erhöhte Inflation zu senken und das überhitzte Unternehmenswachstum sowie Investitionen zu bremsen.

Hammack begründete ihre Forderung mit der anhaltend starken Investitionsbereitschaft der amerikanischen Unternehmen. Trotz des aktuellen Zinsumfelds seien Firmen weiterhin aktiv auf der Suche nach Kapital und Krediten, um ihre Wachstumspläne umzusetzen. Diese Dynamik sieht die Fed-Präsidentin als potenziellen Inflationstreiber.

„Wenn ich mit Unternehmen spreche, höre ich, dass sie bestrebt sind, Kapital aufzunehmen und Kredite aufzunehmen, um weiter investieren zu können. Sie sehen die Wachstumschancen, was großartig ist; ich möchte, dass sie diese Chancen weiterhin sehen, aber wenn wir zu viel von diesem Wachstum haben... könnte das bedeuten, dass dies zusätzlichen Druck auf Preiserhöhungen ausübt und den Inflationsdruck verstärkt", so Hammack wörtlich.

Inflation über dem Fed-Ziel

Die aktuelle Inflationsrate in den USA liegt nach Hammacks Angaben über der Marke von 3% – und damit deutlich über dem offiziellen Zielwert der Federal Reserve von 2%. Für die Notenbankerin ist dies ein klares Signal, dass die Geldpolitik restriktiver ausgerichtet werden muss. Sie betonte, dass die Zinspolitik ein „gewisses Maß an Restriktion" bieten müsse, um die Preisstabilität wiederherzustellen.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Aussage von besonderer Bedeutung: Die US-Geldpolitik der Federal Reserve hat stets globale Auswirkungen. Höhere Zinsen in den USA stärken in der Regel den US-Dollar, beeinflussen internationale Kapitalströme und können Druck auf andere Notenbanken – darunter die Europäische Zentralbank – ausüben, ihre eigene Zinspolitik anzupassen.

Hammacks Aussagen unterstreichen die anhaltende Spannung innerhalb der Fed zwischen dem Wunsch, das Wirtschaftswachstum nicht abzuwürgen, und der Notwendigkeit, die Inflation nachhaltig zu bekämpfen. Unternehmen, die trotz hoher Zinsen weiter investieren wollen, könnten durch eine weitere Zinserhöhung stärker unter Druck geraten – was wiederum die Gesamtnachfrage in der US-Wirtschaft dämpfen würde.

Restriktive Geldpolitik als Mittel der Wahl

Die Forderung nach einer sofortigen Zinserhöhung ist ein klares Signal, dass Hammack zu den sogenannten „Falken" innerhalb des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) zählt – also jenen Mitgliedern, die einer straffen Geldpolitik den Vorrang vor Wachstumsförderung geben. Ihre Stimme hat Gewicht: Als Präsidentin einer regionalen Fed-Bank ist Hammack Teil des geldpolitischen Entscheidungsgremiums der USA.

Für Anleger bedeutet ein möglicher weiterer Zinsschritt nach oben, dass Anleiherenditen steigen und Aktienbewertungen unter Druck geraten könnten. Besonders wachstumsstarke Sektoren, die auf günstige Finanzierungsbedingungen angewiesen sind, reagieren erfahrungsgemäß sensibel auf solche Signale aus der Notenbank. Die kommenden Sitzungen des FOMC dürften daher mit großer Spannung erwartet werden.

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