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Clarifai löscht OKCupid-Fotos nach FTC-Datenschutzvergleich

Das KI-Unternehmen Clarifai hat drei Millionen Nutzerfotos und darauf trainierte Gesichtserkennungsmodelle nach einer FTC-Untersuchung vernichtet.

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Clarifai löscht OKCupid-Fotos nach FTC-Datenschutzvergleich

Das KI-Unternehmen Clarifai hat diesen Monat bekannt gegeben, dass es drei Millionen Nutzerfotos der Dating-Plattform OkCupid sowie alle darauf trainierten Gesichtserkennungsmodelle gelöscht hat. Der Schritt erfolgte im Nachgang eines Vergleichs, den die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) Ende März mit OkCupid wegen Datenschutzverletzungen geschlossen hatte. Clarifai bestätigte der FTC am 7. April schriftlich die vollständige Löschung der Daten, wie aus einem von Reuters eingesehenen Dokument hervorgeht.

Der Ursprung des Falls liegt im Jahr 2014: Damals hatte Clarifai-Gründer Matthew Zeiler bei OkCupid um Nutzerdaten gebeten, um Gesichtserkennungsmodelle zu trainieren. In einer E-Mail an OkCupid-Mitbegründer Maxwell Krohn schrieb Zeiler: „Wir sammeln gerade Daten und haben festgestellt, dass OkCupid eine RIESIGE Menge an großartigen Daten dafür haben muss." Zum damaligen Zeitpunkt waren einige OkCupid-Führungskräfte selbst Investoren bei Clarifai, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Die Datenübertragung verstieß laut FTC gegen die eigenen Datenschutzrichtlinien von OkCupid sowie gegen ein Bundesgesetz gegen irreführende Geschäftspraktiken. OkCupid und seine Muttergesellschaft Match Group – die auch Tinder und andere Online-Dating-Plattformen betreibt – erklärten sich im Rahmen des Vergleichs bereit, ihre Datenschutzrichtlinien künftig nicht mehr falsch darzustellen. Die FTC hatte die Untersuchung nach einem Artikel der New York Times im Jahr 2019 während der ersten Trump-Regierung eingeleitet.

Politischer Streit um den Vergleich

Der erzielte Vergleich stieß bei einigen demokratischen Politikern auf scharfe Kritik. Die US-Abgeordnete Lori Trahan aus Massachusetts erhielt am 16. April eine Mitteilung von Clarifai, dass alle auf den OkCupid-Daten trainierten Modelle gelöscht und die Daten nicht an Dritte weitergegeben wurden. Trahan bezeichnete die Bestätigung zwar als „einen Schritt in die richtige Richtung", betonte jedoch: „Die FTC hätte sich von vornherein niemals mit weniger zufrieden geben dürfen."

Die Abgeordnete kündigte an, weiter aktiv zu bleiben: „Fehlverhalten von KI-Unternehmen sollte niemals unbemerkt oder unbeantwortet bleiben, und ich werde weiterhin die Lücken schließen, die diese parteiische FTC hinterlassen hat, um sicherzustellen, dass die Privatsphäre und Sicherheit der Amerikaner an erster Stelle stehen." FTC-Sprecher Joe Simonson wies die Kritik scharf zurück und bezeichnete das Thema als „völlig haltloses Thema, das von Demokraten konstruiert wurde".

Wichtig für die rechtliche Einordnung: Die FTC ist in diesem Fall nicht befugt, Strafen für die behaupteten Verstöße zu verhängen. Clarifai selbst wurde kein Fehlverhalten vorgeworfen – das Unternehmen hatte die Daten auf Anfrage von OkCupid erhalten. Wie viele Modelle insgesamt gelöscht wurden und wie lange sie in Betrieb waren, ließ Clarifai auf Anfrage offen.

Clarifai: KI-Unternehmen mit Militärverträgen und Nvidia-Investition

Clarifai ist ein in Delaware ansässiges Technologieunternehmen, das Gesichtserkennungstechnologie anbietet. Laut seiner Website kann die Technologie Personen in Bildern und Videos identifizieren sowie Alter, ethnische Zugehörigkeit und Geschlecht analysieren. Das Unternehmen hat Verträge mit dem US-Militär geschlossen und Investitionen unter anderem vom Chiphersteller Nvidia erhalten.

Der Fall verdeutlicht, wie Künstliche Intelligenz im Vorfeld der US-Kongresswahlen zunehmend zum politischen Zankapfel wird. Gleichzeitig versucht die Regierung von Präsident Donald Trump, die amerikanische Dominanz in der KI-Branche zu fördern – ein Spannungsfeld, das die Debatte um Datenschutz und KI-Regulierung in den USA weiter befeuert. Für deutsche Anleger und Beobachter zeigt der Fall exemplarisch, welche Risiken entstehen können, wenn KI-Unternehmen auf sensible Nutzerdaten zugreifen, ohne ausreichende rechtliche Grundlagen zu schaffen.

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