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Citi stärkt Investment Banking – UBS kämpft um Kapitalregeln

Citigroup holt einen Branchenveteranen, während UBS in Bern um Milliardenerleichterungen bei den Eigenkapitalvorschriften ringt.

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Citi stärkt Investment Banking – UBS kämpft um Kapitalregeln

Der globale Bankensektor befindet sich weiter im Wandel: Citigroup setzt auf aggressive Talentakquise, um Marktanteile im Investment Banking zu gewinnen, während die Schweizer Großbank UBS mit den regulatorischen Nachwehen der Credit-Suisse-Übernahme kämpft. Beide Entwicklungen verdeutlichen, wie unterschiedlich die strategischen Prioritäten der großen Finanzinstitute derzeit sind.

Citigroup hat die Ernennung von Andrew Conway zum globalen Vorsitzenden des Consumer- und Retail-Investment-Bankings bekanntgegeben. Conway, der im September zur Bank stoßen soll, bringt mehr als drei Jahrzehnte Branchenerfahrung mit. Zuletzt war er als Vice Chairman des Consumer- und Retail-Investment-Bankings bei der Bank of America tätig.

Besonders bemerkenswert ist Conways Karrieregeschichte: Er verbrachte 20 Jahre bei der Credit Suisse, wo er bis zum Vice Chairman of Global Consumer Products aufstieg. Frühere Stationen umfassen Salomon Brothers sowie eine Tätigkeit im Aktienresearch bei Morgan Stanley. Conway wird in New York ansässig sein und eng mit Stacia Ryan, Citis Leiterin für Consumer und Retail, zusammenarbeiten.

Strategischer Zug mit klarer Botschaft

Chuck Adams, globaler Leiter des Healthcare-, Consumer- und Retail-Investment-Bankings bei Citi, unterstrich die Bedeutung der Personalie in einem internen Memo: „Andrews Ernennung spiegelt unser Engagement wider, unsere Consumer & Retail Investment Banking Franchise auszubauen und zu stärken und Marktanteile in diesem strategisch wichtigen Sektor zu gewinnen. Seine tiefe Branchenexpertise, umfangreichen Kundenbeziehungen und seine nachgewiesene Erfolgsbilanz werden entscheidend dazu beitragen, das Wachstum auf unserer globalen Plattform voranzutreiben."

Die Personalie kommt zu einem symbolisch starken Zeitpunkt: Citi hat kürzlich eine führende Beratungsrolle bei der größten Verbrauchertransaktion des laufenden Jahres übernommen. Die Bank berät den Gewürzhersteller McCormick bei dessen 65-Milliarden-Dollar-Vereinbarung zur Übernahme des Lebensmittelgeschäfts von Unilever – ein Deal, der die Ambitionen der Bank im Sektor eindrucksvoll unterstreicht.

UBS ringt um Milliardenerleichterungen in Bern

Während Citi in die Offensive geht, steht UBS vor einer ganz anderen Herausforderung. Als Schwedens einzige verbliebene globale Großbank nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 befindet sich UBS in intensiven Verhandlungen mit dem Schweizer Gesetzgeber über künftige Eigenkapitalanforderungen. Die Schweizer Regierung hatte ursprünglich ein strenges Regulierungsrahmenwerk vorgeschlagen, das UBS verpflichtet hätte, ihre ausländischen Tochtergesellschaften zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET1) zu unterlegen. UBS bezeichnete diesen Vorschlag als „extrem".

Berichten zufolge, die sich auf vier mit den Regierungsgesprächen vertraute Personen stützen, erwägen die Gesetzgeber nun einen Kompromiss: Die erforderliche CET1-Unterlegung für ausländische Einheiten soll auf 70 bis 80 Prozent gesenkt werden. Diese Anpassung würde die potenzielle finanzielle Belastung der Bank um mehrere Milliarden Dollar reduzieren. In früheren Debatten in Bern war sogar eine noch großzügigere Variante mit lediglich 50 Prozent CET1-Unterlegung diskutiert worden.

Der laufende Gesetzgebungsprozess verdeutlicht das Dilemma der Schweizer Behörden: Sie müssen einerseits die Stabilität des nationalen Bankensystems sicherstellen, um eine Wiederholung der Credit-Suisse-Krise zu verhindern, andererseits aber die Wettbewerbsfähigkeit ihrer letzten verbliebenen globalen Finanzinstitution erhalten. Das Ergebnis dieser Debatte wird maßgeblich beeinflussen, wie effizient UBS ihr Kapital in den kommenden Jahren einsetzen kann.

Die Entwicklungen bei Citi und UBS stehen exemplarisch für die divergierenden Wege im globalen Bankensektor: Auf der einen Seite Investitionen in Humankapital und Wachstum, auf der anderen Seite die mühsame Bewältigung regulatorischer Altlasten. Für Anleger und Marktbeobachter bleibt die Frage, ob das Schweizer Parlament UBS die erhoffte Entlastung gewähren oder an strengen Standards festhalten wird, von zentraler Bedeutung.

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