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Chinesische ADRs brechen ein: CSRC ermittelt gegen Broker

Die chinesische Wertpapieraufsicht CSRC plant Sanktionen gegen Futu, Tiger Brokers und Longbridge wegen illegaler Geschäfte auf dem Festland.

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Chinesische ADRs brechen ein: CSRC ermittelt gegen Broker

In den USA notierte chinesische Aktien (ADRs) gerieten am Freitag massiv unter Druck. Auslöser war die Ankündigung der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde CSRC, mehrere grenzüberschreitend tätige Brokerhäuser zu sanktionieren. Der Vorwurf: Betrieb auf dem chinesischen Festland ohne die erforderlichen Lizenzen.

Konkret hat die China Securities Regulatory Commission (CSRC) angekündigt, gegen Futu Holdings Ltd., Tiger Brokers des Unternehmens UP Fintech Holding Ltd. sowie Longbridge Securities Ltd. vorzugehen. Die Behörde wirft den Unternehmen vor, Dienstleistungen vermarktet, Handelsaufträge bearbeitet und weitere Wertpapierangebote innerhalb Chinas ohne behördliche Genehmigung bereitgestellt zu haben.

Massive Kursverluste bei betroffenen Brokern

Die Reaktion an den Märkten fiel heftig aus. Die Aktien von UP Fintech brachen im frühen Freitagshandel um rund 27 Prozent ein, während Futu Holdings sogar über 29 Prozent verlor. Beide Unternehmen erklärten, sie würden mit den Behörden kooperieren. Den betroffenen Brokerhäusern wurde das Recht auf Verteidigung sowie eine formelle Anhörung eingeräumt, bevor die Sanktionen endgültig festgesetzt werden.

Die CSRC machte deutlich, dass sie alle illegalen Gewinne sowohl von inländischen als auch von ausländischen Einheiten der betroffenen Unternehmen einziehen und zusätzlich Bußgelder verhängen will. Das Ausmaß der möglichen Strafen ist damit noch nicht abschließend bekannt, dürfte aber erheblich sein.

Breite Auswirkungen auf chinesische Technologieaktien

Die Regulierungsmaßnahmen strahlten auf den gesamten chinesischen Aktienmarkt aus. Auch Schwergewichte wie Alibaba, Baidu und JD.com gerieten unter Druck. Alibaba verlor 1,8 Prozent, der Elektroautohersteller Nio gab sogar 6,5 Prozent nach. Baidu verzeichnete ein Minus von 2,5 Prozent, PDD Holdings sank um 3,2 Prozent und JD.com verlor 2,6 Prozent. Der iShares MSCI China ETF, der die Entwicklung chinesischer Aktien breit abbildet, fiel um 1,4 Prozent.

Für deutsche Anleger, die über ADRs oder ETFs in chinesische Technologieunternehmen investiert sind, verdeutlicht dieser Vorfall einmal mehr das regulatorische Risiko, das mit Investments in chinesische Werte verbunden ist. Die chinesischen Behörden haben in den vergangenen Jahren wiederholt durch überraschende Regulierungsmaßnahmen für Kursturbulenzen gesorgt – besonders im Technologie- und Finanzsektor.

Die betroffenen Broker Futu und Tiger Brokers sind vor allem bei chinesischen Privatanlegern beliebt, die über diese Plattformen Zugang zu internationalen Märkten erhalten. Das Vorgehen der CSRC signalisiert, dass Peking die Kontrolle über grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen weiter verschärfen will. Anleger sollten die weiteren Entwicklungen in diesem Verfahren aufmerksam verfolgen.

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