Chinas Wirtschaftspolitik beflügelt asiatische Börsen
Neue Maßnahmen und Zinssenkungen sorgen für deutliche Marktgewinne

Chinesische Börsen verzeichnen am Freitag deutliche Zuwächse, nachdem neue Maßnahmen zur Unterstützung der angeschlagenen Wirtschaft des Landes bekannt gegeben wurden. Die chinesische Zentralbank hat eine wichtige Zinssenkung für Banken vorgenommen, um den finanziellen Spielraum der Institute zu erweitern. Dies hat auch die asiatischen Märkte beflügelt. Der chinesische Leitindex CSI 300 steht vor dem größten Wochengewinn seit 2008, was auf eine positive Entwicklung der Festlandsbörsen hindeutet. Die Erklärung der Kommunistischen Partei Chinas, in der eine Erhöhung der Staatsausgaben und eine Stabilisierung des Immobilienmarktes angekündigt wurden, hat die Hoffnungen der Anleger auf eine nachhaltige Erholung weiter gestärkt. Das Politbüro unter Staatschef Xi Jinping hat zudem „energische“ Zinssenkungen in Aussicht gestellt.
Die jüngsten US-Wirtschaftsdaten trugen ebenfalls zur positiven Stimmung an den Märkten bei. Der Tech-Index in Hongkong erreichte seinen höchsten Stand seit über einem Jahr. Eine weitere Maßnahme der chinesischen Zentralbank ist die Senkung der Mindestreserveanforderungen für Banken um 0,5 Prozentpunkte. Diese Änderung ermöglicht es den Banken, weniger Pflichtguthaben zu halten und somit mehr Mittel für die Vergabe von Krediten oder den Kauf von Staatsanleihen, beispielsweise zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten, zur Verfügung zu haben. Die Zentralbank bekräftigte, dass sie an einem „unterstützenden geldpolitischen Kurs“ festhalten werde. Der Gouverneur der Bank, Pan Gonsheng, hatte bereits kürzlich ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Wirtschaft angekündigt.
Am Aktienmarkt in Shanghai kam es aufgrund technischer Probleme zu einer vorübergehenden Handelsunterbrechung. Nach der Wiederaufnahme des Handels verzeichnete der Shanghai-Composite einen deutlichen Anstieg. Die positive Entwicklung an den chinesischen Börsen wirkt sich auch auf andere asiatische Märkte aus.
In Japan führte die Aussicht auf einen möglichen Regierungswechsel zu einer Abschwächung des Yen und einem Anstieg der japanischen Anleihefutures. Die Erwartung, dass Sanae Takaichi, die als Gegnerin von Zinserhöhungen gilt, zur nächsten Regierungschefin gewählt wird, beeinflusste diese Entwicklung. Der Nikkei-Index in Tokio legte um über ein Prozent auf 39.305 Punkte zu, während der breiter gefasste Topix-Index leicht nachgab. Die anhaltenden Maßnahmen Chinas zur Stützung der Wirtschaft und die erwarteten politischen Entwicklungen in Japan spielen eine bedeutende Rolle für die aktuelle Dynamik an den asiatischen Finanzmärkten.
