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Chinas Industrie-PMI stagniert im Mai bei schwächelnder Nachfrage

Der offizielle Einkaufsmanagerindex fiel auf genau 50 Punkte – die Grenze zwischen Wachstum und Kontraktion.

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Chinas Industrie-PMI stagniert im Mai bei schwächelnder Nachfrage

Chinas verarbeitendes Gewerbe hat im Mai kaum Fahrt aufgenommen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel von 50,3 im April auf exakt 50,0 Punkte – den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Damit bewegt sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt haarscharf an der Grenze zwischen Wachstum und Kontraktion. Das Ergebnis entsprach den Prognosen einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen.

Hinter der Stagnation steckt ein klares Muster: Das Angebot verbesserte sich, während die Nachfrage nachließ. Der Teilindex für die Produktion lag bei 51,2 Punkten, der Index für neue Auftragseingänge rutschte mit 49,9 Punkten jedoch unter die Wachstumsschwelle. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den neuen Exportaufträgen aus, die von 50,3 im April auf 48,6 Punkte sanken.

Schwache Auslandsnachfrage als zentrales Problem

Analyst Wen Tao vom China Logistics Information Center kommentierte die Entwicklung: „Die Verlangsamung der Auslandsnachfrage war besonders ausgeprägt – vor allem aufgrund eines deutlichen Rückgangs der Exporte aus dem Sektor der Konsumgüterherstellung." Die Zahlen unterstreichen, wie stark Chinas Industrie weiterhin auf externe Absatzmärkte angewiesen ist.

Strukturelle Schwächen im Inland verschärfen die Lage zusätzlich. Die anhaltende Flaute am Immobilienmarkt, schwache Beschäftigungszahlen und zurückhaltende Konsumausgaben bremsen das Binnenwachstum. Chinas Regierung hat zwar versprochen, das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu beheben, und für 2026 ein weniger ehrgeiziges BIP-Wachstumsziel festgelegt, um mehr Spielraum für Reformen zu schaffen. Konkrete Ergebnisse lassen jedoch auf sich warten.

Externer Druck kommt zusätzlich aus dem globalen Energiemarkt. Der Ende Februar begonnene Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der zur faktischen Schließung der Straße von Hormus führte, hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Der Rohstoffpreisindex in der PMI-Umfrage lag im Mai bei 60,5 Punkten – nach 63,7 im April, aber weiterhin deutlich im expansiven Bereich. Wen Tao erklärte dazu: „Der Einkaufspreisindex blieb im expansiven Bereich, was zeigt, dass die Rohstoffpreise weiter stiegen, was auch die Preise am Produktende weiter nach oben trieb."

Hochtechnologie-Sektor als Lichtblick

Die Auswirkungen dieser externen Faktoren treffen die chinesische Industrie ungleich. Petrochemische Betriebe und andere vorgelagerte Industrien tragen die Hauptlast der importierten Erzeugerpreisinflation. Energieintensive Branchen verzeichneten im Mai sogar rückläufige Aktivität.

Besser schnitten hingegen der Hochtechnologie- und der Ausrüstungssektor ab. Beide erzielten laut Daten des Nationalen Statistikamtes (NBS) PMI-Werte von 52,9 bzw. 52,1 Punkten und lagen damit klar über dem Branchendurchschnitt. Treiber sind die weltweite Nachfrage nach Halbleitern und KI-bezogenen Gütern sowie Lagerkäufe von Unternehmen, die weitere Kostensteigerungen befürchten.

Auf diplomatischer Ebene brachte ein Gipfeltreffen zwischen der chinesischen und der US-amerikanischen Führung in Peking Mitte Mai keinen Durchbruch. Eine Verlängerung des Ende letzten Jahres vereinbarten Handelsfriedens kam nicht zustande. Beide Seiten vereinbarten lediglich, Möglichkeiten für Zollsenkungen auf Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden US-Dollar zu prüfen.

Dienstleistungssektor gibt Hoffnung

Etwas Aufhellung kommt aus dem Nicht-verarbeitenden Gewerbe. Der entsprechende PMI, der Dienstleistungen und das Baugewerbe umfasst, stieg von 49,4 im April auf 50,1 Punkte. Ausschlaggebend waren gestiegene Reiseausgaben während der fünftägigen Feiertage zum 1. Mai.

Der Index für die Dienstleistungsaktivität verbesserte sich auf 50,3 Punkte – den höchsten Stand seit neun Monaten. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass Pekings Bemühungen zur Stärkung des Dienstleistungssektors langsam Früchte tragen. Für die politischen Entscheidungsträger bleibt es dennoch eine Herausforderung, die schleppende Nachfrage nach Industriegütern durch ein wachsendes Dienstleistungsangebot auszugleichen.

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