Chinas Börsen erleben historischen Aufschwung
Kraftvolle Konjunkturmaßnahmen stärken Vertrauen in die Wirtschaft

Die Börsen in China haben einen signifikanten Anstieg verzeichnet, der den größten Tagesgewinn seit über drei Jahrzehnten darstellt. Der Shanghai Composite Index schloss am Montag mit einem Plus von 7,3 Prozent bei 3313 Punkten, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 7,8 Prozent auf 3993 Zähler kletterte. Dieser Aufschwung folgt auf die Ankündigung umfangreicher Konjunkturmaßnahmen durch die chinesische Zentralbank, die das umfassendste Paket seit Beginn der Pandemie darstellt.
Bereits in der Vorwoche hatten die Märkte kräftige Zugewinne verzeichnet, mit einem Anstieg von mehr als 12 Prozent und über 15 Prozent in einigen Indizes. Ein zentraler Bestandteil dieser Maßnahmen ist die Senkung des Mindestreservesatzes um einen halben Prozentpunkt. Diese Maßnahme soll den Banken mehr Kapital zur Verfügung stellen, um Kredite zu vergeben oder in Staatsanleihen zu investieren. Darüber hinaus hat die chinesische Regierung beschlossen, die Staatsausgaben signifikant zu erhöhen.
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Maßnahmen liegt auf der Unterstützung des schwächelnden Immobiliensektors. Die Notenbank hat alle Geschäftsbanken angewiesen, die Zinsen auf bestehende Wohnungsbaudarlehen zu senken, um den Verbrauchern entgegenzukommen. Der chinesische Immobilienmarkt ist seit rund drei Jahren in einer Krise, was das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigt hat. Nahezu drei Viertel der Ersparnisse der Haushalte in China sind in Immobilien investiert.
Zusätzlich haben die drei großen Metropolen Shanghai, Guangzhou und Shenzhen Maßnahmen ergriffen, um den Kauf von Wohnimmobilien zu erleichtern. Diese Entwicklungen haben zu einem deutlichen Anstieg der Aktien chinesischer Bauunternehmen geführt. Auch der Preis des Industriemetalls Eisenerz, das für die Bauindustrie von wesentlicher Bedeutung ist, stieg zeitweise um bis zu 11 Prozent.
Trotz der optimistischen Stimmung an den Börsen bleibt die Einschätzung der chinesischen Unternehmen über die wirtschaftliche Lage pessimistisch. Der staatliche Einkaufsmanagerindex der Industrie hat sich im September zwar verbessert, bleibt jedoch mit 49,8 Punkten unter der kritischen Marke von 50 Punkten. Werte unter 50 deuten auf eine schrumpfende Industrietätigkeit hin. Im Dienstleistungssektor verzeichnet der Index erstmals seit Dezember 2023 einen Rückgang, während der Einkaufsmanagerindex im Baugewerbe lediglich leicht auf 50,7 Punkte gestiegen ist, was eine marginale Verbesserung darstellt.
