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Chemikalientank-Explosion in Washington: Ein Toter, neun Vermisste

Ein geborstener Tank mit ätzender Weißlauge in einem Papierwerk fordert ein Todesopfer, neun Verletzte und neun Vermisste.

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Chemikalientank-Explosion in Washington: Ein Toter, neun Vermisste

Ein schwerer Industrieunfall erschüttert den US-Bundesstaat Washington: In einem Werk von Nippon Dynawave Packaging in der Stadt Longview ist am Dienstagmorgen ein Chemikalientank implodiert und geborsten. Dabei kam mindestens ein Mensch ums Leben, neun weitere wurden verletzt – einige davon in kritischem Zustand. Am Dienstagabend galten zudem neun Personen als vermisst.

Der Tank enthielt sogenannte Weißlauge, eine chemische Lösung aus Natriumhydroxid und Natriumsulfid, die bei der Herstellung von Zellstoff eingesetzt wird. Das Unglück ereignete sich gegen 7:15 Uhr Ortszeit (14:15 Uhr GMT). Mehrere Patienten erlitten nach Behördenangaben chemische Verätzungen.

Ausmaß des Unglücks größer als zunächst angenommen

Die Behörden mussten ihre ersten Einschätzungen zur Tankgröße deutlich nach oben korrigieren. Während man anfangs von einem Fassungsvermögen von rund 80.000 Gallonen (etwa 302.830 Liter) ausging, stellte sich später heraus, dass der Tank fast 900.000 Gallonen Weißlauge enthielt. Schätzungsweise 90.000 Gallonen des gefährlichen Materials befanden sich zum Zeitpunkt der Meldung noch im beschädigten Behälter.

Unter den neun Verletzten befanden sich acht Werksangestellte sowie ein Feuerwehrmann. Bataillonschef Matt Amos von der Feuerwehr Longview erklärte auf einer Pressekonferenz, dass der Feuerwehrmann bereits behandelt und entlassen worden sei. Das PeaceHealth St. John Medical Center in Longview bestätigte gegenüber ABC News, dass sich sechs der eingelieferten Patienten in einem stabilen Zustand befänden.

Die Bergungsarbeiten am Standort in Longview, im Cowlitz County gelegen – rund 72 Kilometer nördlich von Portland, Oregon – sollten am Mittwoch fortgesetzt werden. Der Tank galt weiterhin als instabil, was die Rettungsarbeiten erheblich erschwerte. Behördenvertreter betonten jedoch, dass die Implosion „keine direkte Gefahr für die umliegende Gemeinde" darstelle.

Gouverneur Ferguson spricht sein Mitgefühl aus

Washingtons Gouverneur Bob Ferguson wandte sich auf der Pressekonferenz mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit: „Es ist in einer Zeit wie dieser immer schwierig, die richtigen Worte zu finden. Unsere Gedanken und Gebete sind bei allen, die von dieser Tragödie betroffen sind."

Das betroffene Werk gehört zu Nippon Dynawave Packaging, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Nippon Paper Industries – nach Umsatz Japans zweitgrößtem Papierhersteller. Das Unternehmen hatte das Werk in Longview im Jahr 2016 vom Forstkonzern Weyerhaeuser mit Sitz in Seattle für 225 Millionen US-Dollar erworben. Japanische Medien berichteten unter Berufung auf das japanische Generalkonsulat in Seattle, dass unter den japanischen Mitarbeitern keine Verletzungen bestätigt wurden.

Zweiter Industrievorfall in den USA innerhalb weniger Tage

Der Unfall in Washington steht nicht allein: Parallel überwachen Behörden in Südkalifornien einen überhitzten Industrietank im Werk von GKN Aerospace in Garden Grove. Der Behälter enthält hochgradig entzündliches Methylmethacrylat. Ein Worst-Case-Szenario einer Explosion konnte am Montag vorerst ausgeschlossen werden, nachdem ein Riss einen Teil des gefährlich angestiegenen Drucks abgelassen hatte. Die Situation verdeutlicht die Risiken, die von Industrieanlagen mit gefährlichen Chemikalien ausgehen können – ein Thema, das auch in Deutschland regelmäßig Behörden und Betreiber beschäftigt.

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