CATL übertrifft Quartalsprognosen und baut globale Marktdominanz aus
Chinas Batterieriese CATL meldet für Q1 einen Nettogewinnsprung von 48,5 Prozent und schlägt Analystenerwartungen deutlich.

Der chinesische Batteriehersteller CATL hat im ersten Quartal 2026 starke Ergebnisse vorgelegt und die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48,5 Prozent auf 20,7 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 3,03 Milliarden US-Dollar. Damit ließ das Unternehmen die von LSEG befragten Analysten weit hinter sich, die lediglich ein Wachstum von 20,9 Prozent prognostiziert hatten.
Auch beim Umsatz überzeugte CATL: Die Erlöse kletterten um 52,5 Prozent auf 129,1 Milliarden Yuan. Vier Analysten hatten im Vorfeld nur ein Plus von 35,7 Prozent erwartet. Im vierten Quartal des Vorjahres hatte der Umsatz noch um 36,6 Prozent zugelegt – das Wachstumstempo hat sich damit nochmals beschleunigt.
Energiespeicher als zweites Standbein
Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das Segment der Batterien für Energiespeichersysteme (ESS). CATL hat seine Produktionskapazitäten in diesem Bereich gezielt ausgebaut und profitiert dabei von einer weltweit steigenden Nachfrage. Viele Länder treiben den Ausbau erneuerbarer Energien voran – ein Trend, der durch den sprunghaften Anstieg der globalen Energiekosten infolge des Iran-Krieges zusätzlich an Fahrt gewonnen hat. Die Auslieferungen von ESS-Batterien sprangen im vergangenen Jahr um 80 Prozent, was CATL laut dem Marktforschungsunternehmen SNE Research einen weltweiten Marktanteil von 30 Prozent einbrachte.
Batterien für Elektrofahrzeuge bleiben jedoch der wichtigste Umsatzträger des Konzerns. Zu CATLs diversifiziertem Kundenportfolio zählen namhafte Automobilhersteller wie Tesla, Seres und Toyota. In den ersten zwei Monaten des Jahres baute CATL seinen Vorsprung in diesem Segment weiter aus: Der Anteil am weltweiten Verbrauch von E-Auto-Batterien stieg laut SNE Research auf 42,1 Prozent, nach 38,7 Prozent im Vorjahreszeitraum.
BYD verliert Boden, CATL dominiert
Der schärfste Konkurrent BYD musste derweil Federn lassen. Der weltweite Marktanteil des zweitplatzierten Unternehmens sank von 16 Prozent auf 13,4 Prozent, da sich der Absatzrückgang auf dem chinesischen Heimatmarkt ausweitete. Damit wächst der Abstand zwischen dem Marktführer CATL und dem Verfolger BYD weiter.
Trotz der beeindruckenden Zahlen gibt es auch kritische Stimmen. Vincent Sun, Senior Equity Analyst bei Morningstar, warnte, dass die Dual-Sourcing-Strategien der Automobilhersteller – also die bewusste Streuung der Batteriebeschaffung auf mehrere Lieferanten – sowie Kostensenkungsmaßnahmen die Preismacht von CATL verwässern könnten. Dies dürfte den Gewinn pro Einheit mittelfristig unter Druck setzen.
Hinzu kommt die Lage auf dem chinesischen Elektrofahrzeugmarkt, dem weltweit größten Automobilmarkt. Trotz robuster Exportzahlen spürten die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in China zuletzt die Auswirkungen reduzierter staatlicher Kaufanreize – ein Effekt, der durch die schleppende wirtschaftliche Erholung im Land verstärkt wird. Für CATL bleibt die Entwicklung des Heimatmarktes damit ein wichtiger Faktor für die weitere Geschäftsentwicklung.
