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BYD setzt auf Schnellladetechnik gegen Reichweitenangst und Konkurrenz

Mit „Flash-Laden" und 20.000 neuen Ladestationen will BYD zögernde E-Auto-Käufer in China überzeugen.

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BYD setzt auf Schnellladetechnik gegen Reichweitenangst und Konkurrenz

BYD, der weltgrößte Hersteller von Elektrofahrzeugen, kämpft auf dem heimischen Markt mit sinkenden Absatzzahlen. Sieben Monate in Folge gingen die Verkäufe in China zurück – inmitten eines erbitterten Preiskriegs und wachsenden Drucks durch lokale Rivalen. Das Unternehmen reagiert nun mit einer neuen Strategie: superschnelles Laden soll die letzten Vorbehalte gegenüber Elektroautos beseitigen.

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stella Li erklärte am Rande der Beijing Auto Show gegenüber Reuters, dass das sogenannte Flash-Laden für BYD von zentraler Bedeutung sei. „Das Flash-Laden ist für BYD von entscheidender Bedeutung, da es die letzte Hürde für die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen beseitigt", sagte Li. „Das bedeutet, dass wir nun mit dem Markt für Verbrennungsmotoren konkurrieren können."

BYDs neue Batterietechnologie im Detail

Die Batterien der zweiten Generation sollen in weniger als 12 Minuten von 20 auf 97 Prozent aufgeladen werden können – und das selbst bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius. Zudem bieten sie eine Reichweite von 777 Kilometern. Es ist das erste große Batterie-Upgrade des Unternehmens seit sechs Jahren und soll gezielt jene Verbraucher ansprechen, die Elektrofahrzeuge bisher wegen Reichweitenangst oder langer Ladezeiten gemieden haben.

Um die neue Technologie zu unterstützen, plant BYD den Aufbau von rund 20.000 Flash-Ladestationen in China sowie 6.000 weiteren im Ausland – alles innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die Infrastrukturoffensive unterstreicht, wie ernst das Unternehmen die Herausforderung nimmt. Laut Li könnte die Technologie BYD einen starken strategischen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen.

Vom Höhenflug in den Gegenwind

Der Rückgang auf dem Heimatmarkt trifft ein Unternehmen, das noch vor Kurzem als unaufhaltsam galt. BYD steigerte seinen Absatz von 420.000 Fahrzeugen im Jahr 2020 auf mehr als das Zehnfache – 4,6 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2025. Damit stieg das Unternehmen zum fünftgrößten Automobilhersteller der Welt auf. 2024 löste BYD Volkswagen als größten Automobilhersteller Chinas ab und beendete damit die 25-jährige Marktführerschaft des deutschen Konzerns. Im selben Zeitraum überholte BYD auch Tesla als weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugen.

Doch der Erfolg hat seinen Preis: Seit dem Höchststand Ende Mai des vergangenen Jahres sind die BYD-Aktien um 25 Prozent gefallen. Zudem meldete das Unternehmen zuletzt den ersten Rückgang des Jahresgewinns seit vier Jahren. Konkurrenten wie Geely und Leapmotor setzen BYD im Inland zunehmend unter Druck. Geely führte im Januar und Februar sogar die Neuzulassungen in China an und verdrängte BYD vorübergehend auf den vierten Platz. Eine Unternehmensquelle gab an, dass Geely anstrebt, innerhalb von 12 bis 18 Monaten dauerhaft die Nummer eins in China zu werden.

Branchenbeobachter ordnen die Lage differenziert ein. „Es ist nicht so, dass BYD unbedingt schlecht abschneidet", sagte Gartner-Analyst Pedro Pacheco. „Aber sie sind so schnell gewachsen, dass ihre jetzige Situation schlecht wirkt." Automobilanalyst Felipe Munoz ergänzt: „BYD weiß sehr genau, was die Verbraucher wollen, aber der Wettbewerb ist einfach größer geworden."

Internationales Wachstum als Gegengewicht

Während der Heimatmarkt schwächelt, expandiert BYD im Ausland mit beeindruckendem Tempo. In Europa stieg der Absatz im Jahr 2025 um 270 Prozent, im ersten Quartal 2026 legte er um 156 Prozent zu. Außerhalb Chinas verkaufte BYD im Jahr 2025 insgesamt eine Million Fahrzeuge. Gegenüber Analysten zeigte sich das Unternehmen im März „sehr zuversichtlich", das Auslandsabsatzziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen oder mehr für 2026 zu erreichen.

Die langfristige Ambition ist noch größer: Bis 2030 soll die Hälfte aller BYD-Neuwagenverkäufe aus internationalen Märkten stammen. Für deutsche Verbraucher und Investoren bleibt BYD damit ein Unternehmen, das trotz kurzfristiger Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt eine klare globale Wachstumsstrategie verfolgt – und mit seiner neuen Ladetechnologie auch technologisch die Messlatte höher legt.

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