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Brookfield und NextEra planen 100-Milliarden-Dollar-KI-Campus auf Atomgelände

Auf einem ehemaligen Urananreicherungsgelände in Kentucky entsteht eines der größten KI-Infrastrukturprojekte der USA.

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Brookfield und NextEra planen 100-Milliarden-Dollar-KI-Campus auf Atomgelände

Brookfield Asset Management und NextEra Energy wollen gemeinsam einen gigantischen KI-Campus auf dem Gelände einer ehemaligen Urananreicherungsanlage in Paducah, Kentucky, errichten. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 100 Milliarden US-Dollar und soll eines der größten Rechenzentrumscluster der Vereinigten Staaten werden. Das US-Energieministerium hat zugestimmt, Pachtverträge für das über 3.500 Acre große staatliche Gelände bereitzustellen, auf dem die Urananreicherung im Jahr 2013 eingestellt wurde.

Das Vorhaben umfasst den Bau von Erdgaskraftwerken mit einer Leistung von 2 Gigawatt sowie Batteriespeicherkapazitäten von 2,6 Gigawatt. Der erzeugte Strom reicht aus, um 1,5 Millionen Haushalte zu versorgen. Das Projekt wird vollständig privat finanziert – die kommerziellen Partner haben sich verpflichtet, die Energie- und Infrastrukturkosten selbst zu tragen, ohne die Stromkunden zu belasten.

Ankermieter gesucht, Zeitplan bis 2032

Brookfield hat dem Vernehmen nach bereits Gespräche mit sogenannten Hyperscalern – also großen Cloud- und Technologiekonzernen – aufgenommen, damit diese als Ankermieter für den Campus fungieren. Einige Teile des Projekts sollen voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen, die vollständige Fertigstellung ist für Anfang 2032 geplant. Das Projekt wird an das Hauptstromnetz angeschlossen, wobei die Big Rivers Electric Power Corporation die Stromgroßhandelsdienste übernimmt.

Bruce Flatt, Vorstandsvorsitzender von Brookfield, bezeichnete den Standort Paducah als „Grundstein" für den Plan des Unternehmens, insgesamt 100 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur zu investieren. „Indem wir dieses Projekt im Einklang mit dem Ratepayer Protection Pledge des Weißen Hauses vorantreiben, stellen wir sicher, dass Innovation und Bezahlbarkeit Hand in Hand gehen, während wir gleichzeitig hochwertige Arbeitsplätze schaffen, neue Investitionen anziehen und die lokale Wirtschaft stärken", so Flatt.

Auch Energieminister Chris Wright äußerte sich positiv: „Dank Präsident Trump nutzt die US-Regierung ihre Vermögenswerte – wie unsere Bundesflächen –, um die Stromerzeugung zu steigern, Arbeitsplätze zu schaffen und sicherzustellen, dass die Vereinigten Staaten das KI-Rennen gewinnen."

Politischer Kontext: USA gegen China im KI-Wettlauf

Das Projekt reiht sich in eine Serie milliardenschwerer KI-Rechenzentrum-Megaprojekte ein, die in den USA angekündigt wurden. Die Trump-Administration verfolgt dabei ein klares politisches Ziel: den Sieg im KI-Wettlauf gegen China. Der sogenannte „Ratepayer Protection Pledge" – eine Initiative, die sicherstellen soll, dass Technologieunternehmen die Infrastrukturkosten vollständig selbst tragen – ist dabei ein zentrales Instrument, um öffentlichen Widerstand zu minimieren.

Denn der ist durchaus ein Faktor: In den gesamten USA protestieren Gemeinden gegen den Bau von Rechenzentren. So zog sich das Blackstone-Projekt QTS kürzlich von einer geplanten 22 Millionen Quadratfuß großen Anlage in Prince William County, Virginia, zurück – nach zahlreichen Klagen und erheblichem Widerstand aus der Bevölkerung. Die Nutzung von bereits erschlossenem Bundesgelände soll solche Konflikte beim Paducah-Projekt vermeiden.

Brookfield und NextEra: Zwei Schwergewichte der Energiewirtschaft

Brookfield Asset Management ist einer der weltweit größten Immobilieninvestoren mit einem Gesamtvermögen von 1 Billion US-Dollar. Das Unternehmen verwaltet im Bereich erneuerbarer Energien Vermögenswerte von mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Im Oktober hatte Brookfield bereits eine Vereinbarung über 80 Milliarden US-Dollar mit der US-Regierung unterzeichnet, die den Bau einer Flotte von Kernreaktoren zum Ziel hat. In den letzten Jahren hat das Unternehmen zudem große Versicherungsgesellschaften in den USA und Europa erworben, was ihm zusätzliches Kapital für massive Infrastrukturverpflichtungen sicherte.

NextEra Energy, der größte US-Stromversorger mit Sitz in Florida, hat zuletzt eine der größten Fusionen der Branchengeschichte mit dem in Virginia ansässigen Versorger Dominion eingeleitet, um seine Präsenz im Rechenzentrumsgeschäft auszubauen. Das Unternehmen profitierte unter Präsident Biden stark vom Ausbau erneuerbarer Energien, diversifiziert sein Geschäft seither aber verstärkt in Richtung Erdgas und digitale Infrastruktur.

John Ketchum, Vorstandsvorsitzender von NextEra, fasste die Ambition des Projekts zusammen: Es sei „ein Beweis dafür, wie KI-Infrastruktur in Amerika gebaut werden sollte", und werde „neue Arbeitsplätze, neue Energieressourcen und ein zuverlässigeres Stromnetz schaffen, ohne dass die Stromrechnung eines bestehenden Kunden auch nur um einen Dollar steigt".

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